1,5 Mio. Euro: Betrüger-Paar zockt Land OÖ ab

Auf Kosten Behinderter zockte das Paar laut Polizei das Land OÖ ab.
Auf Kosten Behinderter zockte das Paar laut Polizei das Land OÖ ab.Bild: picturedesk.com
Mit fingierten Rechnungen soll ein Betrüger-Paar aus dem Mühlviertel das Land OÖ um 1,5 Mio. Euro gebracht haben. Auf Kosten von Menschen mit besonderen Bedürfnissen.
Einen perfiden Sozialbetrug konnten das Landeskriminalamt und das Bezirkskommando Freistadt klären.

Zwischen 2014 bis Herbst 2017 sollen eine 30-jährige Frau aus dem Mühlviertel und ihr 44-jähriger Lebensgefährte überhöhte Rechnungen an das Land Oberösterreich weiterverrechnet haben.

Die beiden Beschuldigten arbeiten für einen Sozialverein, der sich um behinderte Menschen kümmert.

CommentCreated with Sketch. Jetzt kommentieren Arrow-RightCreated with Sketch. Die Details: Behinderte können Rechnungen für Pflegekräfte, die sie privat bezahlt haben, an den Verein weiterleiten. Dieser ersetzt dann die Kosten – und leitet die Rechnungen an das Land weiter. Zur Kostenrückerstattung an den Verein.

Das hat der Verein auch gemacht. Allerdings mit falschen Zahlen. Der Verein selbst, vertreten durch die Frau und ihren Lebensgefährten, legte laut Ermittlungen gefälschte und überhöhte Rechnungen dem Land vor.

Darüber hinaus überwies das Land monatlich einen Fixbetrag an den Verein zur Weiterleitung an die Berechtigten. Dieses Geld wurde stark reduziert oder gar nicht an die Berechtigten weiter geleitet.

Nach derzeitigem Ermittlungsstand soll es durch diese Betrugshandlungen zu einem enormen Schaden in Höhe von 1,5 Mio. Euro gekommen sein.

Untersuchung eingeleitet

Landeshauptmann Thomas Stelzer zeigt sich in einer ersten Reaktion erschüttert und kündigt eine Überprüfung der Sozialabteilung durch die interne Revision des Landes an: "Wenn sich diese schweren Verdachtsmomente erhärten, dann muss man auch genau untersuchen, ob die Förderabwicklung in der Sozialabteilung professionell aufgestellt ist und die Kontrollinstrumente effektiv genug sind. Denn die Förderungen müssen bei den Menschen ankommen die unsere Unterstützung brauchen und nicht bei Menschen mit krimineller Energie""



Die interne Revision setzt sich aus Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Präsidiums und der Finanzdirektion des Landes zusammen und wird ihre Arbeit sofort aufnehmen.

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