Ein knallroter Lebensmittel-Automat mitten am Graben zog am 1. Dezember die Blicke der Passanten auf sich. Wer auf einen schnellen, günstigen Snack hofft, wird allerdings enttäuscht. Für Pasta, Limo und Co. heißt es tief in die Tasche greifen! 29,90 Euro kostet eine Dose Bohnen, 50 Euiro eine Limonade, 32 Euro ist für eine Dose Tomaten zu bezahlen.
Keine Sorge, die Preise sind nicht plötzlich über Nacht dermaßen angestiegen. Es handelt sich um eine Aktion des Samariterbundes Wien. Unter dem Motto "So teuer ist es, arm zu sein" soll aufgezeigt werden, wie teuer Lebensmittel für armutsbetroffene Menschen sind. Die Produkte waren tatsächlich zu verkaufen, jedoch für den guten Zweck. Der Erlös ging an die Sozialmärkte des Samariterbundes. Unterstützt wurde die Aktion von Promis wie Kabarettistin Caroline Athanasiadis oder Schauspieler Cornelius Obonya.
"Wenn man sich überlegen muss an der Supermarktkasse, ob sich der Sack Kartoffeln überhaupt noch finanziell ausgeht, dann läuft etwas gründlich schief in unserem Land. Auch ich habe Freundinnen die alleinerziehend sind, die nicht mehr wissen, ob sie heizen oder essen sollen. Es muss sich etwas ändern, besser gestern als heute!", so Athanasiadis.
"Österreich ist auch im internationalen Vergleich immer noch überdurchschnittlich von der Inflation betroffen", weiß Samariterbund Wien-Chef Oliver Löhlein. "Das spüren Menschen mit geringem Haushaltseinkommen natürlich am stärksten. Denn bei ihnen machen die gestiegenen Ausgaben für Wohnen, Energie und Nahrungsmittel einen höheren Anteil am verfügbaren Budget aus. Diese Menschen haben keinen finanziellen Spielraum und auch kein Erspartes, auf das sie zurückgreifen könnten."
Betroffen ist mittlerweile auch die untere Mittelschicht, heißt es vom Samariterbund – so stieg die Kundenzahl in den Sozialmärkten in den vergangenen zwei Jahren von 17.000 auf 24.000. Dementsprechend ist man auf zusätzliche Spenden angewiesen, um die gesteigerte Nachfrage in den Märkten auch weiterhin bedienen zu können.
Ins Leben gerufen wurde das Projekt von der Firma "DMB." Diese kreierte das Motto, die Idee des Teuromaten und übernahm die Gestaltung kostenlos. Die "UKO Group" stellte den Teuromaten ebenso kostenlos zur Verfügung. Die Kampagne wird ab sofort und in den kommenden Wochen in Wiens Straßenbahnen, auf Plakaten, via Infoscreen und Infinity Screens zu sehen sein. Wer helfen will, kann sich unter www.wien.samariterbund.net informieren.