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1 Milliarde Euro Strafe für Intel

Heute Redaktion
14.09.2021, 16:56

Die EU-Kommission greift hart gegen den größten Mikrochip-Hersteller der Welt durch: US-Konzern Intel muss wegen Wettbewerbsverzerrung eine Kartellstrafe von 1,06 Milliarden Euro zahlen. Der Branchen-Primus schlägt zurück und klagt seinerseits die EU. Wieder einmal, denn der Rechtsstreit dauert bereits knapp zehn Jahre.

Der amerikanische Chiphersteller Intel hat jahrelang seine Vormachtstellung auf dem europäischen Markt missbraucht und sich gesetzeswidrig Vorteile gegenüber der Konkurrenz verschafft. Zu dieser Erkenntnis kam die EU-Wettbewerbskommission, die den Konzern daraufhin zur Zahlung von 1,06 Milliarden Dollar verdonnerte.

Das sagt die Wettbewerbskommission

Intel hat jahrelang großzügige Rabatte gewährt und verhindert, dass Computerhersteller Bauteile der Konkurrenz - insbesonder AMD - verwenden. Dadurch hat der US-Konzern PC-Herstellern, Händlern und im Endeffekt auch PC-Nutzern geschadet. Zudem hat Intel die Markteinführung einer Produktlinie mit einem AMD-Prozessor verzögert und dem Hersteller Rabatte dafür gegeben, dass er seine Notebooks komplett mit Intel-Prozessoren ausstattet.

Das sagt Intel

Intel wehrt sich gegen die Vorwürfe und die Milliarden-Kartellstrafe. Der Chip-Gigant klagt gegen das Bußgeld in der Höhe von 1,06 Milliarden Euro und beteuert seine Unschuld. "Es gab absolut keinen Schaden für die Verbraucher. EU-Recht ist nicht verletzt worden", sagt Konzernchef Paul Otellini.

Damit geht der seit dem Jahr 2000 laufende Machtkampf zwischen Intel und AMD in die nächste Runde.

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