1. Privates Car-Sharing startet im Neubau neu durch

Sieben Jahre lief das Pilotprojekt, nun gibt "Elfride" im Neubau ordentlich Gas. Und will günstiger und praktischer sein als andere Autoverleiher. 

"Vor rund sieben Jahren habe ich mein Auto verkauft, weil ich es kaum noch verwendet habe", erzählt Stefan Waschmann (40) gegenüber "Heute". Sieben Jahre später ist der Unternehmensberater und Datenanalyst auch Vorstandsvorsitzender des ersten gemeinnützigen Car-Sharing-Unternehmens in innerstädtischen Bereich. Damit will er eine Alternative zu herkömmlichen Autoverleihern bieten, die kostengünstiger, praktischer und vor allem leichter für die Kunden zu durchschauen ist.

In den vergangenen Jahren operierte "Elfride" aus der Garage des Hotel Wimberger am Neubaugürtel, seit einem Monat ist die WiPark-Garage in der Stiftgasse (Neubau) der neue Standort. 2015 wurde der Car-Sharing-Verein Elfride mit dem VCÖ Mobilitätspreis Wien ausgezeichnet und baut heuer aus.

Auch Nicht-Neubauer können sich bei Car-Sharing-Verein anmelden

Derzeit besteht die "Flotte" aus nur einem Skoda Fabia Kombi mit Gangschaltung und Einparkhilfe. Schon im November soll das zweite Auto kommen, bald darauf weitere. Besitzer ist der gemeinnützige Verein, der die Autos ohne Gewinnorientierung an deren Mitglieder verleiht. "Derzeit sind 17 Mitglieder dabei, ein Hauptwohnsitz im Neubau ist nicht verpflichtend, auch andere Bezirksbewohner können sich bei Elfride anmelden", so Stefan.

Elfride soll helfen, auf ein eigenes Auto zu verzichten. "Für uns ist das Auto reiner Mittel zu, Zweck und kommt dann zum Einsatz, wenn wir mit den Öffis nicht mehr weiterkommen", erklärt Stefan. Das sieht auch Neo-Kundin Martina S. (35) so. Sie will das Elfride-Auto für Transporte oder Ausflüge außerhalb von Wien nützen. "Dann kann ich guten Gewissens ein Auto fahren und muss sich auch um das Parkplatz suchen nicht kümmern."

Brave Öffi-Nutzer ersparen sich die Jahresgebühr

Möglich wird das durch den fixen Standplatz im 4. Platz der WiPark-Garage. "Das Auto wird hier mittels Code abgeholt und auch wieder hierher zurückgebracht", erklärt Stefan. Neben dem Entfall der Parkplatzsuche ("wenn sich 18 Menschen ein Auto teilen, suchen 17 keinen Parkplatz") sprechen auch die Kosten für Elfride. Neben einer Jahresmitgliedsgebühr von 60 Euro (diese entfällt, wenn jemand eine Jahreskarte der Wiener Linien und eine ÖBB-Vorteilscard hat) fallen unter der Woche pro Stunde Kosten von 1,50 Euro und am Wochenende von 1,75 Euro. "Benzin zahlt jeder selbst, damit der Gasfuß und der Benzinverbrauch zurückhaltend bleibt", so Stefan. Die buchbare Mindestdauer beträgt vier Stunden, bis zu neun Tagen ist maximal möglich.

Unterstützt wird das Projekt Elfride (der Name wurde vom Gründungsteam gemeinsam mit einer englisch-sprachigen Freundin gefunden, die "Elf Ride", also "Elfen-Ritt" lustig fand) vom Grünen Bezirksvorsteher des Neubau, Markus Reiter. "Der siebente Bezirk gehört zu den dichtest verbauten Bezirken mit wenig Grünfläche. Gerade Corona hat gezeigt, wie wichtig hochwertiger öffentliche Raum ist". Während viele Garagen leer stünden, sei der Parkplatzdruck im öffentlichen Raum hoch. Zudem verlange die Klimakrise ein Umdenken. "Carsharing in den Garagen des Bezirks ist eine Maßnahme zur nachhaltigen Mobilität der Zukunft. Auch angesichts des beginnenden U-Bahnbaus im Neubau und dem Wegfall von Parkplätzen braucht es attraktive Alternativen. Deshalb freue ich mich besonders über solch innovative Ideen aus der Bevölkerung", so Reiter.

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