Auf dem Arbeitsmarkt in Oberösterreich geht es aufwärts. Der erfreuliche Trend ist jedoch bei den Jugendlichen noch nicht angekommen. Knapp 10.000 junge Landsleute sind derzeit ohne Beschäftigung, zeigt Arbeiterkammer-Präsident Johann Kalliauer auf. Er kritisiert, dass zwar 39 Millionen Euro für Gegenmaßnahmen ausgegeben würden, eine zentrale Koordination aber fehle.
Da verpufft viel Geld, ist sich Kalliauer sicher. Die Experten der Arbeiterkammer haben die aktuellen Arbeitsmarktdaten unter die Lupe genommen. Das Ergebnis ist ernüchternd: Im Vergleich zum Juni 2008 ist die Jugendarbeitslosigkeit um 41 Prozent gestiegen. Auch die Zahl der Lehrstellensuchenden und Jungen in Schulungsmaßnahmen ist deutlich nach oben geschnellt. Besonders düster sind die Zukunftsaussichten für jene, die nur einen Pflichtschulabschluss haben. Ihr Risiko, arbeitslos zu werden, ist sehr hoch. Zu dieser Gruppe gehören in Oberösterreich 15.000 Menschen.
Internationale Fachleute sprechen bereits von einer verlorenen Generation, weiß der AK-Präsident und setzt sich für die Schaffung einer neuen Landesagentur ein. Die Sozialpartner sollen die Gesellschaft tragen und die vielen, derzeit laufenden Maßnahmen gegen die Jugendarbeitslosigkeit koordinieren und auf Effizienz prüfen. Doppelgleisigkeiten und Leerläufe können dadurch vermieden werden, erklärt Kalliauer.
Jürgen Tröbinger