100 Apotheken vor Schließung

Eine neue Gesetzesregelung treibt derzeit die NÖ-Ärztekammer auf die Barrikaden. Hundert Hausapotheken von Landärzten droht durch den Paragrafen die Schließung. Versiegt diese Einnahmequelle, steht auch die medizinische Versorgung in der gesamten dünnbesiedelten, ländlichen Region vor dem Kollaps.
Hausapothekenreferent Dr. Gerhard Imb von der NÖ-Ärztekammer formuliert seine Warnung unmissverständlich: „Das neue Gesetz ist eine tickende sozialpolitische Zeitbombe. Wer soll sich etwa um die immer größer werdende Zahl von Senioren am Land kümmern, wenn viele Ärzte in strukturschwachen Regionen aufgeben müssen?“

Stein des Anstoßes ist eine Änderung des Apothekengesetzes. Bei Neuübernahmen von Landarzt-Praxen wird eine Hausapotheke nur genehmigt, wenn im Umkreis von sechs Kilometern keine andere existiert.

Laut einer aktuellen Studie der Ärztekammer droht so in den kommenden Jahren rund einhundert dieser Medizin-Depots in Niederösterreich die Schließung. Problem: Für viele Mediziner in Randregionen stellt die Hausapotheke die einzige relevante Einnahmequelle dar. Versiegt diese, stirbt auch die Praxis. Hinzu kommt, dass sich auch immer weniger Jungmediziner bereit erklären werden, in ländlichen Regionen Dienst zu versehen.
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