100 Tote: Kampfjet bombardiert Flüchtlinge statt Ter...

Bild: Reuters

Ein Kampfflugzeug der nigerianischen Armee hat irrtümlicherweise ein Flüchtlingslager bombardiert und dabei mehr als 100 Menschen getötet. Das sagte ein Regierungsbeamter.

Dem nigerianischen Militär ist im Anti-Terror-Einsatz ein katastrophaler Fehler unterlaufen. Ein Militärflugzeug habe irrtümlich ein Flüchtlingslager bombardiert und mehr als 100 Menschen getötet, sagte ein mit den Rettungsarbeiten betrauter Regierungsbeamter aus dem nigerianischen Staat Borno.
Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz teilte mit, unter den Toten seien sechs seiner Mitarbeiter. Weitere 13 seien verletzt worden, sagte IKRK-Sprecher Jason Straziuso in Nairobi. Sie hätten zusammen mit anderen dringend benötigte Nahrung für mehr als 25.000 Geflüchtete gebracht. 

Der Sprecher von Ärzte ohne Grenzen, Etienne l'Hermitte, drängte die Behörden zu Evakuierungen aus der Luft. In Kamerun und im Tschad stünden Mediziner zur Behandlung der Verwundeten bereit. Der Regierungsbeamte sagte, die Verletzten würden mit Hubschraubern ausgeflogen.

Angriff sollte Boko-Haram-Rebellen treffen

Militärkommandeur Lucky Irabor sagte, das Kampfflugzeug sei im Nordosten Nigerias im Einsatz gegen die Terrorgruppe Boko Haram gewesen. Er habe den Angriff in Rann nahe der Grenze zu Kamerun auf der Basis von Informationen angeordnet, dass sich an einer bestimmten Stelle Boko-Haram-Rebellen versammelten. Unter den Verletzen seien auch zwei Soldaten. Es sei noch zu früh zu sagen, dass taktische Fehler begangen wurden. Die Luftwaffe bombardiere nicht absichtlich Zivilisten. Zu dem Vorfall wird es nach Angaben des Militärs eine Untersuchung geben.

Die in Maiduguri in Borno entstandene Terrorgruppe Boko Haram kämpft seit 2009 für einen islamischen Gottesstaat in Nigeria. Zehntausende fielen ihrem Terror bisher zum Opfer, Millionen Menschen flüchteten vor der Gewalt.

Beobachtern zufolge ist es das erste Mal, dass das Militär Nigerias sich zu einem solchen Fehler bekennt. Bereits in der Vergangenheit meldeten Dorfbewohner Opfer unter Zivilisten bei den fast täglichen Bombenangriffen im Nordosten des Landes.
 

CommentCreated with Sketch. Jetzt kommentieren Arrow-RightCreated with Sketch.
Nav-Account red Time| Akt:

ThemaCreated with Sketch.Weiterlesen