12-jähriger Taschendieb: Komplizin in Haft

Bild: Fotolia.com/Symbolbild

Der minderjährige Taschendieb, der am vergangenen Freitag nach 16 Tagen im Gefängnis als im Zweifel noch Strafunmündiger freigesprochen wurde und nach seiner Enthaftung von der Bildfläche verschwunden ist, ist kein Einzelfall. Am kommenden Freitag muss sich im Straflandesgericht ein Mädchen verantworten, das derselben "Kinderbande" angehört haben soll wie der untergetauchte Bursch.

, ist kein Einzelfall. Am kommenden Freitag muss sich im Straflandesgericht ein Mädchen verantworten, das derselben "Kinderbande" angehört haben soll wie der untergetauchte Bursch.

Die beiden waren gemeinsam am 22. Jänner festgenommen worden. Als die kindlich wirkenden Verdächtigen in die Justizanstalt Wien-Josefstadt eingeliefert wurden, schlugen der Tageskommandant sowie die Leiterin der Jugendabteilung unverzüglich bei Gericht Alarm: Sogar die Justizwache hatte Zweifel an der Strafmündigkeit der mutmaßlichen Diebe.

Unklarheit über Alter

Ein Amtsarzt stufte die beiden allerdings nach einer Untersuchung auf jedenfalls über 14 ein. Obwohl die Betroffenen versicherten, unmündig zu sein, wurde über sie die U-Haft verhängt. Im Fall des Mädchens war dafür mit ausschlaggebend, dass sie am Rand ihrer Einvernahme bei der Polizei zugegeben haben soll, in Wahrheit 16 zu sein.

"Wohngruppen statt U-Haft"

Die Wiener Jugendrichterin Beate Matschnig zu Wort gemeldet pochte im Hinblick auf diese Fälle auf die rasche Umsetzung von Alternativ-Modellen zur Haft für Jugendliche. Sie verlangte "Wohngruppen statt U-Haft, wobei es nötig wäre, dass man diese Wohnungen auch abschließen kann". Dies deshalb, um die Betroffenen am Davonlaufen zu hindern und sie gezielt betreuen zu können, was im Gefängnis infolge nicht vorhandener personellen Kapazitäten kaum bzw. nicht möglich ist.

"Kinder sind die Opfer"

"Diese Kinder sind Opfer. Sie gehören konkret einer Bande von 100 Kindern an, die gezielt zum Stehlen ausgebildet und von ihren Hintermännern durch ganz Europa geschickt werden. Sie werden in totaler Abhängigkeit gehalten, müssen ihre Beute abliefern." Insofern ist es für Matschnig unverständlich, dass der am vergangenen Freitag enthaftete Bub von der Polizei zwar der "Drehscheibe" übergeben, aber offenbar nicht weiter observiert wurde.

  

  

 

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