Niederösterreich

1.700 Soldaten bei großer Anti-Terror-Übung in NÖ dabei

Noch bis zum 14. Juli dauert die Übung "STEINFELD23" in Wr. Neustadt. 1.700 Soldaten, 200 Räderfahrzeuge und 12 "Ulan"-Panzer proben den Ernstfall.
Erich Wessely
04.07.2023, 16:04
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Am Dienstag besuchte auch Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (VP) die Ausbildungsübung "STEINFELD23". Insgesamt nehmen 1.700 Soldatinnen und Soldaten aus ganz Österreich mit 200 Räderfahrzeugen und zwölf Schützenpanzern „Ulan“ an der von 3. bis 14. Juli dauernden Übung in den Bezirken Wiener Neustadt und Neunkirchen teil. Darunter sind auch rund 200 Milizsoldaten sowie 100 Soldaten aus Tschechien.

Aktuelle geopolitische Gegebenheiten – Stichwort Ukraine-Krieg – spielen dabei eine wichtige Rolle. Geübt werden auch Verhaltensstrategien im Zuge von Terroranschlägen, Chemieunfällen oder Luftangriffen.

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Jüngste Generation an Offizieren am Zug

„In diesen zwei Wochen wird unsere jüngste Generation an Offizieren auf die unterschiedlichsten und komplexen Herausforderungen der Zukunft – im schlimmsten Fall sogar eine militärische Bedrohung – vorbereitet. Sie haben in den letzten Monaten eine innovative und zeitgemäße Ausbildung in der Theresianischen Militärakademie erhalten und haben jetzt die Chance das Erlernte gemeinsam mit Soldatinnen und Soldaten aus ganz Österreich sowie Kameraden aus Tschechien in der Praxis anzuwenden. Besonders freut mich das gemeinsame Training mit unseren europäischen Partnern. Denn es zeigt, wie wichtig die Zusammenarbeit auf allen Ebenen ist, um Bedrohungen im europäischen Verbund angemessen begegnen zu können“, so Verteidigungsministerin Tanner.

Praktische Übungserfahrungen

Die Übung bilde einen wichtigen Bestandteil der Ausbildung der Offiziersanwärter der Militärakademie, da sie die Möglichkeit bietet im Lehrsaal erlerntes, in der Praxis anzuwenden und so das Wissen und die Fertigkeiten zu erweitern und praktische Übungserfahrungen zu sammeln. 

Auch Chemieunfall wird trainiert

Trainiert wird die Bewältigung unterschiedlichster Bedrohungsszenarien. "Dabei kommt es auch zu einer intensiven Zusammenarbeit mit den zivilen Behörden und Einsatzorganisationen. Das beginnt bei der Zusammenarbeit zwischen Bundesheer und Blaulichtorganisationen nach einem Chemieunfall und führt bis zu Maßnahmen zur Verhinderung von Anschlägen auf kritische Infrastruktur. Die Einsatzstäbe der Bezirkshauptmannschaften Wiener Neustadt und Neunkirchen sowie der Landespolizeidirektion sind daher ebenso in die Übung eingebunden", heißt es seitens des Bundesheeres.

"In der zweiten Übungswoche liegt die Herausforderung an die übende Truppe im Aufspüren und Festsetzen von Gruppierungen, die sich Österreich gegenüber feindlich verhalten. Abgeleitet von aktuellen kriegerischen Auseinandersetzungen wird es auch zur Einsatzführung in urbanem Gebiet kommen. Die 50.000 Einwohner-Stadt Wiener Neustadt bietet dazu optimale Voraussetzungen", informiert das Bundesheer.

Übung in hybrider Form

Eine Besonderheit sei die Durchführung der Übung in hybrider Form. Das bedeutet, dass nur ein geringerer Teil der Kräfte im Gelände ist, der Rest wird am Computer simuliert. So lasse sich kostengünstig, auch die Führung von zahlenmäßig viel stärkeren Verbänden als tatsächlich vorhanden sind, üben.

Die Militärakademie ist die "Heimat" der Offiziere des Österreichischen Bundesheers. Dort lehren und forschen Experten für Offiziersausbildung und Offiziersweiterbildung auf internationalem Niveau. Deshalb studieren auch Kadetten fremder Nationen an der weltweit ältesten Militärakademie. Neben Soldaten absolvieren auch Zivilbedienstete des Bundesheeres einen Teil ihrer Fortbildungen an der Theresianischen Militärakademie. Mit der „Bundeshandelsakademie für Führung und Sicherheit“ bietet die Militärakademie auch die Möglichkeit die Matura zu erlangen. An der Militärakademie erhalten Grundwehrdiener ihre vierwöchige Basisausbildung bevor sie in ihren Funktionen vor Ort Dienst versehen.