Jede dritte Firma setzt auf den 12-Stunden-Tag

Die Proteste haben nichts genützt. 2018 haben ÖVP und FPÖ das Gesetz beschlossen.
Die Proteste haben nichts genützt. 2018 haben ÖVP und FPÖ das Gesetz beschlossen.Bild: Kein Anbieter/picturedesk.com
Arbeitszeiten werden flexibler: Bereits 30 Prozent der Unternehmen nutzen den 12-Stunden-Tag.
Wie eine Umfrage von Deloitte Österreich, der Universität Wien und der Universität Graz nun ergab, ist der 12-Stunden-Arbeitstag in jeder dritten Firma bereits Realität. Nicht nur die Arbeitszeiten werden immer flexibler, auch die Heimarbeit nimmt stark zu.

Kernarbeitszeit wird unwichtiger



In der Studie wurden österreichweit 214 Führungskräfte und Personalchefs befragt. Kernarbeitszeiten verlieren demnach an Bedeutung. Nur mehr die Hälfte der Unternehmen setzt auf Gleitzeit mit Kernzeit.

"Bereits bei einem Viertel der Unternehmen arbeitet die Mehrheit der Mitarbeiter ohne Kernzeiten", erklärte Barbara Kellner, Managerin bei Deloitte Österreich.

CommentCreated with Sketch.62 Kommentar schreiben Arrow-RightCreated with Sketch. Auch die tägliche Nutzung von "Home Office" steigt an. Laut Befragung hat sich die Heimarbeit in den letzten zwei Jahren mehr als verdoppelt. 97 Prozent der befragten Unternehmen geben ihren Mitarbeitern mittlerweile die Möglichkeit, von zu Hause aus zu arbeiten.

Home Office in Österreich etabliert



"Home Office hat sich in Österreich etabliert. Vor allem die jüngeren Generationen erwarten sich diese Möglichkeit vom Arbeitgeber", bestätigt Barbara Kellner.

Die Expertin fügt aber auch hinzu: "Obwohl die Option häufiger angeboten und in Anspruch genommen wird, hat bei 85 % der Unternehmen die physische Anwesenheit im Büro noch immer einen dominanten Stellenwert. Das wird zum Problem, wenn Anwesenheit mit Leistung gleichgestellt wird. Mitarbeiter trauen sich dann nicht, Home-Office-Angebote wahrzunehmen."

Führungskräfte auch in der Freizeit erreichbar



Neben der physischen Anwesenheit ist aber auch vielen Unternehmen ständige Erreichbarkeit wichtig. Gerade von Führungskräften erwarten 65 Prozent der Befragten, dass sie auch in ihrer Freizeit erreichbar sind. Bei Mitarbeitern wird das von einem Viertel der Unternehmen eingefordert.

"Flexibles Arbeiten kann mehr Freiheit und Autonomie für die Mitarbeiter bringen. Durch hohe Erwartungen an die Erreichbarkeit gepaart mit fehlenden Grenzen zwischen Job und Privatleben geht diese Freiheit aber oft wieder verloren", erklärt Bettina Kubicek, Professorin für Arbeits- und Organisationspsychologie an der Universität Graz und fordert: "Es braucht deshalb klare Spielregeln, damit die Mitarbeiter auch in der Freizeit abschalten können." (red)

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