121 Nominierungen und 34 Oscars für Österreich

Bild: WIkipedia

2010 gab es die letzten Oscar-Nominierungen für Österreich: Regisseur Michael Haneke und Kameramann Christian Berger hatten gute Chancen mit "Das weiße Band", gingen jedoch leer aus. Schauspieler Christoph Waltz dagegen holte im insgesamt 116. Versuch den 34. österreichischen Academy Award - als bester Nebendarsteller in Quentin Tarantinos "Inglourious Basterds".

2010 gab es die letzten Oscar-Nominierungen für Österreich: Regisseur Michael Haneke und Kameramann Christian Berger hatten gute Chancen mit "Das weiße Band", gingen jedoch leer aus. Schauspieler Christoph Waltz dagegen holte im insgesamt 116. Versuch den 34. österreichischen Academy Award - als bester Nebendarsteller in Quentin Tarantinos "Inglourious Basterds".

, mit den Nominierungen 117 und 118 bis 121 (rechnet man die Nominierung für die französische Hauptdarstellerin von "Amour", Emmanuelle Riva, nicht hinzu) haben sie am 24. Februar gute Oscar-Chancen. An die von den Nazis vertriebenen Billy Wilder und Fred Zinnemann kommt Haneke aber selbst mit seinem Triumph von insgesamt fünf Nominierungen für "Amour" noch nicht heran.

Den ersten Oscar überhaupt für einen Österreicher gab es laut dem Nachschlagewerk "Österreicher in Hollywood" (Filmarchiv Austria) durch Max Steiner 1935. Er zeichnete für die Filmmusik in "The Informer" verantwortlich. Ein Jahr später wurde Paul Muni als Bester Hauptdarsteller in "The Story of Louis Pasteur" geehrt. In dieser Kategorie war nach ihm nur noch Maximilian Schell 1961 mit seiner Hauptrolle in "Judgement at Nuremberg" an der Spitze. Fred Zinnemann schaffte 1951 das, was Hubert Sauper mit "Darwin's Nightmare" 2005 nicht und auch vorher und nachher keinem Österreicher mehr gelungen ist: Er holte sich für "Benjy" den Dokumentarfilm-Oscar. 16 Jahre später brachte er mit "Ein Mann zu jeder Jahreszeit" die Oscars in den Kategorien "Bester Film" und "Beste Regie" nach Hause - ein Unikum für Österreich.

Von Nazis vertriebene Österreicher erfolgreich  

Überhaupt sind es von den Nazis vertriebene Österreicher, die die Statistik so imposant aussehen lassen: Zinnemann zählt neben Sam Spiegel insgesamt zu den erfolgreichsten "Österreichern", was Academy Awards anbelangt. Er gewann 1953 auch den Oscar für die Beste Regie für "From Here To Eternity" und 1966 als Produzent und Regisseur von "A Man Of All Seasons". Ebenfalls bei vier Oscars hält Spiegel, der 1954 mit "On The Waterfront", 1957 mit "The Bridge On River Kwai" und 1962 mit "Lawrence Of Arabia" für den Besten Film ausgezeichnet wurde sowie 1964 einen "Lifetime Achievement Award" (Oscar für das Lebenswerk) zugesprochen bekam.

An Billy Wilder kommt aber keiner heran. 1945 bis 1960 erhielt der Regisseur sechs Oscars, drei davon für "Das Apartment" (Bester Film, Beste Regie, Bestes Originaldrehbuch). 1988 wurde er mit dem Oscar für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Zwei Jahre zuvor hatte damals erstmals ein in Österreich lebender Regisseur wieder für Aufsehen bei den Oscars gesorgt: Mit "38" war Wolfgang Glück für einen Oscar nominiert, ging aber ebenso leer aus wie der Schauspieler Klaus-Maria Brandauer, der als bester Nebendarsteller in Sydney Pollacks "Out of Africa" nominiert war. Bis zu Virgil Widrichs Kurzfilm-Nominierung für "Copy Shop" dauerte es dann wieder 15 Jahre.

Wer stockt das Oscar-Konto auf?  

Nach Sauper ging es aber Schlag auf Schlag: Stefan Ruzowitzky wurde 2008 für das KZ-Drama "Die Fälscher" nominiert und hatte in seiner Dankesrede, als er den Oscar gewann, auch Gelegenheit, an Persönlichkeiten wie Billy Wilder, Fred Zinnemann und Otto Preminger zu erinnern. Ein Jahr später wurde Götz Spielmann für sein Rachedrama "Revanche" nominiert, wiederum ein Jahr später Haneke für "Das weiße Band". Somit ist zum vierten Mal innerhalb von sechs Jahren ein österreichischer Regisseur für den Oscar nominiert. Und mit der Chance für Christoph Waltz, der erneut für einen Tarantino-Film ("Django Unchained") in der Sparte der Besten Nebendarsteller hoffen darf, könnte das Oscar-Konto noch einmal ordentlich aufgestockt werden.

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