1,3 Mio. Euro mehr für die Frauenförderung des waff

Die Stadt Wien erhöht das Budget für die Frauenförderprogramme des waff um 1,3 Millionen Euro auf insgesamt 10 Millionen Euro. (v.l.n.r.: waff-Kundin Klaudija Leisentritt, Frauenstadträtin Kathrin Gaal, Finanzstadtrat Peter Hanke und Monika Nigl, Leiterin des Beratungszentrums im waff)
Die Stadt Wien erhöht das Budget für die Frauenförderprogramme des waff um 1,3 Millionen Euro auf insgesamt 10 Millionen Euro. (v.l.n.r.: waff-Kundin Klaudija Leisentritt, Frauenstadträtin Kathrin Gaal, Finanzstadtrat Peter Hanke und Monika Nigl, Leiterin des Beratungszentrums im waff)PID/David Bohmann
Die Stadt erhöht ihre Frauenförderung um 1,3 Mio. auf 10 Mio. Euro. Damit hilft der "waff" beim Job-Umstieg oder der Rückkehr nach der Babypause. 

Die Coronakrise stellt besonders auch Frauen vor besonders große Herausforderungen. Homeoffice, Homeschooling und die Betreuung von Kindern unter einen Hut zu bringen, bedeutet für viele eine große Mehrfachbelastung. Als Konsequenz daraus laufen Frauen auch Gefahr, aus dem Berufsleben hinaus gedrängt zu werden.

"Um den Wienerinnen im Beruf den Rücken zu stärken, werden wir daher die Frauenförderprogramme des waff mit Jänner 2021 auf fast 10 Millionen Euro aufstocken", kündigen Wirtschaftsstadtrat Peter Hanke und Frauenstadträtin Kathrin Gaal (beide SPÖ) an. "Wir wollen damit sicherstellen, dass Weiterbildung gerade auch für Frauen finanzierbar bleibt. Denn angesichts der immer noch bestehenden Einkommensunterschiede zwischen Frauen und Männern treffen Frauen die Gehaltseinbußen – etwa durch Kurzarbeit – besonders hart", so die Stadträte. Frauen, die im Beruf weiterkommen oder sich verändern wollen, können künftig mit bis zu 5.000 Euro für ihre Weiterbildung rechnen. 

Zusatzbudget für die waff-Frauenprogramme, Fokus auf digitale Bildung

Für viele Frauen habe sich durch die Corona-Krise die finanzielle Situation verschlechtert – etwa durch Kurzarbeit oder durch die Unsicherheit, wie es mit dem Job überhaupt weitergeht. Die Aufstockung des Budgets für die Frauenprogramme des waff um 1,3 Millionen Euro, ist für Gaal daher die "richtige Initiative zum richtigen Zeitpunkt". Sie ist überzeugt: "Bessere Jobchancen für Frauen sind ein wichtiger Beitrag zum Schließen der Einkommensschere."

Auch wenn Wien hinsichtlich der Gleichstellung von Frauen und Männern am Arbeitsmarkt auf einem guten Weg sei, sei das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht. Daher setze die Stadt konsequent auf die Förderung von Frauen und will vor allem bei den digitalen Herausforderungen im Job unterstützen. "Frauen sollen zu Gewinnerinnen der Digitalisierung werden. Deswegen haben wir bei den Unterstützungsangeboten des waff darauf besonderes Augenmerk gelegt", unterstreicht Hanke und verweist auf das gemeinsame Förderprogramm mit der Arbeiterkammer (AK), den Digi-Winner, sowie auf spezielle Workshop-Angebote insbesondere auch für Einsteigerinnen im Rahmen der waff Frauenprogramme.

Von Fluglinie zur Fahrlehrerin: "Zum waff gehen, war die beste Entscheidung"

Wie ihr der waff beim Jobumstieg geholfen hat, erzählt Klaudija Leisentritt (45). Sie arbeitet bei einer Fluglinie im Bodenpersonal und ist derzeit in Kurzarbeit: "Die ganze Branche ist durch Corona in einer extrem schwierigen Situation, das ist kein Geheimnis. Vor Corona hätte ich nicht im Traum daran gedacht, dass ich mir mal Sorgen um meinen Job machen muss. Aufgrund von Corona kam es aber ganz anders. Ich habe einfach nicht mehr gewusst, wie es beruflich weitergehen soll. Gelernt habe ich Reisebüroassistentin. Das ist aber derzeit auch eine Sackgasse. Ich habe ja noch länger zu arbeiten und mir war bald klar, dass ich mich beruflich komplett verändern möchte und muss", so Leisentritt.

Bei Übungsfahrten mit ihren Söhnen, die gerade den Führerschein machen, sei sie zweimal über Plakate gestolpert, dass Fahrlehrer gesucht werden. "Und plötzlich kam mir die Idee, das ist der richtige Weg. Was mich zunächst geschreckt hat, waren die hohen Ausbildungskosten von rund 3.500 Euro. Meine Nichte hat mir dann den waff empfohlen. Zum waff zu gehen, war definitiv die beste Entscheidung. Ich habe eine tolle Beraterin, die mir echt geholfen und mich in meiner Entscheidung auch total bestärkt hat. Als ich dann die Zusage bekam, dass meine Ausbildung zu 90 Prozent vom waff gefördert wird, habe ich einen Luftsprung gemacht. Ich habe schon viele Stunden im Ausbildungszentrum verbracht und mir macht es riesigen Spaß. Ich bin für diesen Job absolut die Richtige, denn ich habe Nerven aus Stahl", erzählt die Wienerin.

Bis zu 5.000 Euro für "FRECH"e Wienerinnen

Mit FRECH (kurz für Frauen ergreifen Chancen) unterstützt der waff berufstätige Frauen unabhängig von ihrer Ausbildung bei grundlegenden beruflichen Veränderungen. Frauen, die nicht mehr als 1.800 Euro netto im Monat verdienen, können bei ihrer beruflichen Weiterbildung ab 1.1.2021 mit bis zu 5.000 (bisher 3.700) vom waff rechnen. Mit dem Programm "FRECH - Frauen ergreifen Chancen“ unterstützt der waff beschäftigte Wienerinnen dabei, sich beruflich neu zu orientieren. Wesentlicher Bestandteil des waff-Programms neben finanzieller Unterstützung: professionelles Coaching, um den Frauen Mut zu machen, beruflich neue Wege zu gehen und sie Schritt für Schritt auf ihrem Veränderungsweg zu begleiten.

Neben finanzieller Unterstützung für Weiterbildung bieten der waff aber vor allem auch persönliche Beratung und ein Begleitprogramm mit Workshops, insbesondere zum Thema Digitalisierung und Job, aber auch etwa zu Fragen der Vereinbarkeit von Beruf und Familie, oder wenn es ums Gehalt geht. Übrigens sind insgesamt 60 Prozent aller KundInnen des waff Frauen. Alle Informationen gibt es im waff Beratungszentrum für Beruf und Weiterbildung in der Nordbahnstraße 36 (Brigittenau), telefonisch unter 01/217 48 – 555 oder online hier

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