Wien

1.370 Wiener Unternehmen seit Jahresbeginn insolvent

Die Zahl der Firmenpleiten in Wien steigt weiter und ein Ende ist nicht in Sicht. Besonders stark betroffen sind der Handel und die Bauwirtschaft.
Wien Heute
20.09.2023, 13:05
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Die Wiener Unternehmen sind in der Krise: Seit Jahresbeginn waren mehr als 1.370 Firmen von einer Insolvenz betroffen, wie der "ORF" berichtet. Das sind rund 35 Prozent, also mehr als ein Drittel der betroffenen Firmen in ganz Österreich. Das bedeutet einen Anstieg von acht Prozent im Vergleich zum Vorjahr. 

Inflation, Lieferketten und Personalsuche als Probleme

Doch damit nicht genug: Ein Ende der Insolvenzen scheint nämlich nicht in Sicht. Der KSV1870 erwartet bis Jahresende etwa bis zu 1.900 Firmenpleiten und damit fast 200 mehr als im Vorjahr. Pro Tag sind es etwa fünf Pleiten. Im Rest Österreichs sieht es kaum anders aus: Generell sind die Insolvenzen im Vergleich zum Vorjahr um knapp zehn Prozent gestiegen. 

Gründe für die steigende Zahl an Pleiten seien laut KSV1870 hohe Energiekosten, Inflation, Lieferkettenprobleme und die schwierige Suche nach geeignetem Personal. Dennoch beruhigt man, die Wiener Wirtschaft sei trotz der Herausforderungen grundsätzlich als stabil zu beurteilen. 

257 Insolvenzen im Handel

Von den seit Jahresbeginn insolventen Unternehmen wurden bei fast 40 Prozent keine Verfahren eröffnet. Hier hält die Entwicklung an, dass oft lange gewartet wird, bis ein Insolvenzantrag gestellt wird. In Wien kam es zu einem Rückgang der Verbindlichkeiten, geschätzte Passiva in der Höhe von 541 Millionen Euro bedeuten ein Minus von knapp sieben Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Großinsolvenzen gab es jedoch in diesem Jahr noch keine.

Die größten Firmenpleiten seit Jahresbeginn betreffen die Gazprom Austria GmbH mit 60 Millionen Euro Schulden, die ALPHA Privatstiftung mit 30 Millionen Euro und die Pro Revisio Wirtschaftsprüfung und Steuerberatung GmbH mit 24 Millionen Euro. Besonders betroffen ist der Handel mit 257 Insolvenzen, gefolgt von der Bauwirtschaft mit 253 und der Beherbergung und Gastronomie mit 176.

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