Österreich

13A: Geteilte Führung als "Notlösung" im Gespräch

Heute Redaktion
13.09.2021, 20:28

Die Suche nach einer Ausweichroute für den 13A während der U2-Bauarbeiten geht weiter. Die Wiener Linien haben eine alternative Route, falls die Neubaugassen-Lösung nicht möglich ist.

Die Fronten bei der Diskussion um die Ersatzroute für die Linie 13A sind verhärtet. Hintergrund: Während der Bauarbeiten ab Mitte 2019 für die neuen U-Bahn-Stationen muss die meistgenutzte Buslinie Wiens ihre Route ändern – und das acht Jahre lang. Während der Mariahilfer Bezirkschef Markus Rumelhart (SPÖ) – so wie die Wiener Linien – eine Linienführung in beide Richtungen durch die Neubaugasse für die beste Lösung hält, geht der Bezirk Neubau auf die Barrikaden.

Die Kaufleute in der Neubaugasse machen mit einer Petition (sie sammelten bereits 2.500 Unterschriften) gegen den 13A in beide Richtungen mobil. Deren Sprecher Karl Hintermayer befürchtet ein Sicherheitsrisiko für Anrainer. Neubaus Bezirkschef Markus Reiter (Grüne) stellt sich ebenfalls weiterhin gegen die Neubaugassen-Variante, wünscht sich eine Führung durch die Stiftgasse.

Geteilte Route als Alternativ-Lösung

Jetzt legen die Wiener Linien eine Alternative vor – nämlich eine geteilte Route – allerdings nur als "Notlösung", wenn "der Weg sprichwörtlich versperrt" wird, so die Wiener Linien. Dann bliebe als Alternative eine Teilung – ähnlich wie in der Adventszeit. Der Nachteil: Es würde jahrelang keine direkte Verbindung zwischen dem 6. und dem 8. Bezirk geben.

Die geteilte Route würde so aussehen: Der 13A würde zwischen Hauptbahnhof und Neubaugasse unterwegs sein. Eine "neue" Linie 13B wäre von der Burggasse bis zur Alser Straße unterwegs. Dazwischen würden 700 Meter ohne Öffis bleiben. "Die meistgenutzte Buslinie Wiens mit 40.000 Fahrgästen pro Tag als wichtige Querverbindung zwischen 7 Bezirken wäre damit zerstört", argumentieren die Wiener Linien.

In der Stiftgasse sei kein Ausweichen für den Bus möglich, weil "kein regelmäßiger Betrieb mit langen Gelenkbussen möglich" ist, so die Wiener Linien. Und: Während des U-Bahn-Baus wird hier die Baustelle eingerichtet. Stau wäre laut Wiener Linien die Folge.

Wiener Linien wollen weiter Neubaugassen-Lösung

Weiterhin halten die Wiener Linien die doppelte Führung durch die Neubaugasse für die beste Lösung. Denn:

Auch die U4-Station Pilgramgasse muss voraussichtlich ab Februar 2019 ein Jahr lang ohne Halt durchfahren werden. Daher ist "eine zuverlässige Anbindung an die U3 in dieser Zeit unerlässlich", so die Wiener Linien. Mit dem 13A durch die Neubaugasse wäre die U3 in nur drei Minuten erreichbar, so das Argument. Laut Wiener Linien würden die Schanigärten und Ladezonen bleiben, nur 9 Parkplätze würden wegfallen und das Radfahren gegen die Einbahn bleibt. Alle Infos finden Sie auf blog.wienerlinien.at.

Front gegen 13A-Teilung

Der Mariahilfer Bezirkschef Markus Rumelhart (SPÖ) lehnt eine 13A-Teilung klar ab. "Die heute von den Wiener Linien vorgestellte Variante, die Linie 13A an der Mariahilfer Straße zu teilen, kann weder im Interesse der Fahrgäste noch der Bewohner des 6. Bezirks sein", stellt Rumelhart klar.

Die Neos warnten bezüglich einer möglichen Teilung: "Der 13A ist in Gefahr". Der 13A bildet eine so wichtige Verkehrsverbindung für Wien, es braucht daher endlich eine Einigung auf eine Lösung, die für die Bewohner in Neubau am besten ist. Und das bedeutet auf jeden Fall keine Teilung der Streckenführung, die dem 13A nun droht. Möglich wäre die durchgehende Busstrecke nur mit einer doppelten Linienführung durch die Neubaugasse", erklärt Neos-Wien-Verkehrssprecherin Bettina Emmerling. "Der Poker des neuen Bezirksvorstehers geht also nicht auf, denn seinem Vorschlag, den 13A durch die Siebensterngasse zu führen, erteilen die Wiener Linien nun eine klare Absage", so Emmerling weiter in Richtung des neuen Neubauer Bezirkschefs Markus Reiter (Grüne). (gem)

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