Verwandte über Ali B: "Er war richtig feige"

Der 20-Jährige gestand nun, dass er die 14 Jahre alte Susanna getötet hat. Eine Vergewaltigung soll es aber nicht gegeben haben.

Im Sommer 2015 beschloss die Familie von Ali B. nach Deutschland zu gehen und ein neues Leben zu beginnen. Vom Krieg bedroht waren sie nicht, wie nun Verwandte aus dem Irak gegenüber "Bild" erklären.

In Zakho lebte die achtköpfige Familie in ärmlichen Verhältnissen. Die Flüchtlingswelle hätten sie als Chance nutzen wollen. Am 16. Oktober 2015 kamen sie auch tatsächlich in Deutschland an.

Asylantrag abgelehnt - trotzdem geblieben

Einen Asylantrag beantragte der damals 17-Jährige erst ein Jahr nach seiner Einreise. Der Grund: Ali B. geriet in eine Schlägerei. Die Polizei fand bei der Aufnahme der Personalien heraus, dass sich der junge Mann illegal im Land aufhielt. Anschließend soll B. behauptet haben, dass er von der kurdischen PKK verfolgt wird. Die Partei gilt als Terrorvereinigung.

Aber: Der Antrag wurde abgelehnt. Ali B. klagte - wie viele andere auch. Aufgrund eines Asylklage-Staus ist der Fall bis heute indes nicht geklärt. So blieb der Iraker bis zuletzt in Deutschland.

Kurz darauf, Anfang 2017, kassierte B. die ersten Anzeigen: gefährliche Körperverletzung, Sachbeschädigung, schwerer Raub. Er wird als "gewalttätig" vermerkt.

Dann der mutmaßliche Mord an der 14-Jährigen Susanna: Kurz nach der Tat reiste die ganze Familie zurück in die Heimat. Der angebliche Grund: Der Vater wurde schwer krank und hatte den Wunsch in seiner Heimat zu sterben, so die Mutter gegenüber "Deutsche Welle". Vom Mord habe sie erst im Irak erfahren.

Verwandte sprechen über Ali B.

Dort trifft der Chefreporter der deutschen "Bildzeitung" auch den Onkel von Ali B., bei dem die Familie nach der Rückkehr unterkam. Er erzählt, dass der 20-Jährige immer gerne bei ihm Zeit verbracht hätte. Ansonsten beschreibt er seinen Neffen als schüchtern und ängstlich: "Wenn es dunkel wurde, hatte er sogar Angst, allein über den Flur auf die Toilette zu gehen."

Ein Cousin erinnert sich an die Ausgeh-Zeiten im Teenager Alter: "Er war richtig feige, was Mädchen anbelangte. Deshalb haben wir ihn gar nicht mehr mitgenommen, wenn wir ausgingen. Ich glaube nicht, dass er jemals eine Freundin gehabt hat."

Vom Mord in Deutschland haben die Verwandten im Irak nichts gewusst. Sie wünschen sich aber, dass B. mit "aller Härte bestraft wird", sofern er schuldig ist.

Wie Bundespolizei-Chef Dieter Romann berichtet, sei der 20-Jährige äußerst kooperativ gewesen, was die Rückreise nach Deutschland betrifft. Möglicher Grund sei das Strafmaß: In seiner Heimat würde ihm wohl die Todesstrafe drohen. (slo)

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