Große Ankündigung des Arbeits- und Wirtschaftsministeriums am Samstag: In den kommenden Tagen soll es von Arbeitsminister Martin Kocher (ÖVP) Ausbildungsverordnungen "mit drei neuen Berufsbildern und weiteren drei Lehrberufen, die als Pilotprojekt gestartet wurden und nun auf Grundlage positiver Evaluierungen zu Regellehrberufen werden", geben. Ziel sei es laut dem Minister, eine weitere "Grundlage für nachhaltige Ausbildungen in der Lehre" zu schaffen. Betroffen von den Verordnungen sind laut dem Ministerium rund 1.400 Lehrverhältnisse mit nachhaltigen Jobs.
Hintergrund der Neuerung: Ende März waren beim AMS 14.141 sofort verfügbare offene Stellen in klimarelevanten Berufen registriert, so das Ministerium. "Auch deshalb erfolgt die Überleitung der bautechnischen Assistenz in einen Regellehrberuf", so das Ministerium. Außerdem enthält das Lehrberufspaket neue Berufsbilder für die Lehrberufe Abwassertechnik und Kunststofftechnologie. Abwassertechnik ersetzt die bisherigen Berufe "Entsorgungs- und Recyclingfachmann" bzw. "-frau", Kunststofftechnologie erhält einen stärkeren Fokus auf neue Technologien.
Der Lehrberuf Pharmatechnologie wiederum soll durch die neuen Verordnungen um Bereiche wie "Fälschungssicherheit von Arzneimitteln sowie Digitalisierung und Change-Management" erweitert werden und neben "dem Lehrberuf Bautechnische Assistenz werden auch die Lehrberufe Einzelhandel - Schwerpunkt digitaler Verkauf sowie Medienfachmann/Medienfachfrau aufgrund der Empfehlung des Evaluierungsberichts des Instituts für Bildungsforschung der Wirtschaft (ibw) in die Regelausbildung überführt", heißt es in einer Aussendung.
"Es ist wichtig, dass wir die Lehre laufend attraktivieren. Es gibt viele Ausbildungsversuche, die in der Praxis auf großes Interesse der Auszubildenden und der Betriebe stoßen, daher werden diese zu Regelberufen überführt. Im Herbst soll darüber hinaus die Lehre zur Pflegeassistenz und Pflegefachassistenz in einigen Bundesländern als Pilotversuch starten. Derzeit laufen die Vorbereitungen für den Ausbildungsstart. Wir hoffen, dass auch hier das Interesse groß ist", so Arbeitsminister Martin Kocher.