1.540 € brutto für 6-Tage-Woche: Arbeitslose lehnen ab

Johannes Kopf
Johannes KopfHERBERT NEUBAUER / APA / picturedesk.com
Wie AMS-Chef Johannes Kopf erklärte, werde es mit dem Auslaufen bzw. einer Veränderung der Kurzarbeit zu weiteren Arbeitslosen kommen.

Mit den Öffnungen werden nun auch in den nächsten Monaten die Wirtschaftshilfen für Unternehmen auslaufen. In Summe wurden bereits 37 Milliarden Euro an Geldmittel zur Bewältigung der Pandemie-Krise abgestellt. Der Löwenanteil fließt in die Wirtschaft. Doch damit könnte bald Schluss sein. Hinter den Kulissen werkelt die Regierung bereits an einem Plan, um die Corona-Hilfsgelder auslaufen zu lassen.

Fakt ist: Die Arbeitslosenzahlen sinken und mit Anfang Juni stehen die nächsten Lockerungen am Plan. Wie AMS-Chef Johannes Kopf in der "ZiB2" erklärte, spielen neben den Öffnungen auch saisonale Effekte eine Rolle.

"Man muss hier bewusst Arbeitslosigkeit in Kauf nehmen"

Mit Juli soll das Kurzarbeitsmodell verändert werden. "Es geht darum, einen Weg aus dieser Förderung zu finden. Der Ausstieg wird ein bisschen schmerzhaft werden, man muss hier bewusst Arbeitslosigkeit in Kauf nehmen", betonte Kopf.

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Der Handeslverband schlug diesbezüglich einen Arbeitsplatzsicherungsbonus vor. Dieser soll für den Zeitraum eines Quartals jene Unternehmen unterstützen, die trotz großer Verluste ihre Mitarbeiter weiter beschäftigen.

Längere Hilfen in bestimmten Branchen

Wie der AMS-Chef weiter erklärte gebe es Branchen, die noch länger Hilfen benötigen, wie etwa die Stadthotellerie. Ein Vorstandsmitglied der Lufthansa erklärte unlängst, sie hätten 20 Prozent zu viel Personal. "Es wird noch Jahre dauern bis einige Branchen wieder auf das Niveau zurückkommen. Und manche Arbeitskräfte werden ihren Job verlieren."

Laut Kopf hänge es aber davon ab, wie man den Ausstieg macht. Er plädiert dafür, dass Arbeitslose dann schnell woanders hinvermittelt werden.

Immer wieder wurde von mehreren Stellen ein höheres Arbeitslosengeld auf 70 Prozent gefordert. Eine pauschale Erhöhung lehnt Kopf ab. Er sprach sich dafür aus, dass Geld am Anfang höher anzusetzen und dann nach drei Monaten auf eine Stufe zu senken.

Mehrere Fremdsprachen, 6-Tage-Woche

AMS-Chef Kopf ortet keine generelle Unwilligkeit, oft seien auch die Angebot gelinde gesagt wenig attraktiv: "Nur, weil jemand eine bestimmte Stelle nicht will, heißt es nicht, dass man gar nicht arbeiten will." Dann brachte er ein anschauliches Beispiel aus der Praxis: "Letztens hat sich eine Unternehmerin beschwert, dass sie keinen findet. Aber sie hat für mehrere Fremdsprachen und eine 6-Tage-Woche 1.540 Euro angeboten. Brutto."

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