Schüchtern schlich die 16-Jährige nun in den Gerichtssaal in Graz, spricht so leise, dass sie der Richter kaum versteht. Die 16-Jährige soll im Vorjahr ihre ehemals beste Freundin in eine Falle gelockt haben. Nach einem Streit bat sie das Mädchen um eine Aussprache im Einkaufszentrum Murpark in Graz. Dort ging die 16-Jährige mit Komplizen auf das Opfer los. Die Jugendliche wurde an den Haaren gezogen, musste sich hinknien. Es setzte Schläge, Kniestöße ins Gesicht und in den Intimbereich.
Das Opfer musste den Abholschein für ein Handy herausrücken, angeblich wurde auch Bargeld verlangt. "Daran kann ich mich nicht erinnern", so die 16-Jährige laut "Kleine" vor Gericht. "Falsche Freunde" hätten sie zu dem Gewaltexzess verleitet. Sie habe zu der Gruppe nun keinen Kontakt mehr, wohne bei ihrem Vater in Kärnten.
Das Opfer musste nicht vor Gericht aussagen. Die 16-Jährige brachte einen Entschuldigungsbrief und 500 Euro für ihre ehemalige Freundin mit. Der Vater der Angeklagten sagte aus, seine Tochter habe sich geändert. Sie würde eine Lehre und eine Therapie machen, habe mit Alkohol und Drogen nichts mehr am Hut.
"Die Gewaltbereitschaft unter weiblichen Jugendlichen nimmt erschreckend zu", so der Richter zu der jungen Angeklagten in Graz. An ihrem 16. Geburtstag gab es ein Urteil wegen Nötigung und Raub: Zehn Monate bedingte Haft, dazu Bewährungshilfe und verpflichtendes Anti-Gewalt-Training. Die 16-Jährige nahm den Spruch an, rechtskräftig!