16-Jähriger blendete Polizei-Heli mit Laserpointer

Bild: Wikipedia / Plani
Ein 16-Jähriger stand am Freitagnachmittag vor dem Wiener Straflandesgericht, weil er einen Polizeihubschrauber mehrmals mit einem Laserpointer anstrahlte und die Insassen damit blendete. Der Prozess ist eine Seltenheit, weil der Täter meist nicht gefunden wird.
Nicht, dass solche Blendungen nicht öfters vorkommen würden, aber die Verantwortlichen würden meist nicht erwischt, erklärt Schöffensenatsvorsitzende Alexandra Skrdla. Dabei ist das eine ernstzunehmende Sache. Den Schaden, den der Bursche damit anrichtete, hat er erst beim Prozess begriffen.

Der 16-Jährige saß am 10. Dezember in seiner Wohnung in Wien-Döbling und sah fern, als er den Polizei-Hubschrauber bemerkte. Die Beamten waren gerade auf der Suche nach dem Mann, der kurze Zeit zuvor in das Wohnhaus von Ex-Bundeskanzler Franz Vranitzky eingebrochen war.
Der Bursche nahm kurzerhand seinen Laserpointer zur Hand und zielte auf den Hubschrauber. "Ich habe von unten draufgezielt", sagte er: "Das war eine Riesendummheit von mir."

Der Lichstrahl traf Piloten und Co-Piloten des Hubschraubers, die Lichtverstärkerbrillen aufhatten, wurden so stark geblendet, dass sie danach einige Sekunden lang nichts sehen konnten. "Wir haben sofort den Autopiloten aktiviert, um in dieser Höhe die Kontrolle zu behalten, und sind dann abgedreht", so der Co-Pilot.

Dreimal geblendet

"Im ersten Moment sieht man nichts, weder die Umgebung, noch die Instrumente", beschrieb der Pilot die Situation. Dreimal zielte der 16-Jährige auf den Heli, die Polizei musste den Einsatz schließlich abbrechen. Der Einbrecher konnte dadurch entkommen.

Nicht so der 16-Jährige, der kurze Zeit später von den Polizisten zuhause besucht wurde. Ein dritter Beamter, der die Wärmebildkamera im Hubschrauber bediente, konnte den Laser-Strahl zurückverfolgen.

Der Bursche wird 100 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten. Danach wird das Verfahren eingestellt.
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