Österreich

16-Jähriger konnte nur mehr tot geborgen werden

Heute Redaktion
14.09.2021, 03:15

Die Suche nach einem seit Montagnachmittag nach einem Lawinenabgang im Gemeindegebiet von Jochberg (Bezirk Kitzbühel) vermissten Jugendlichen ist Dienstag früh wieder aufgenommen worden. Wenig später wurde der 16-Jährige tot gefunden.

Der 16-Jährige war im freien Skiraum von einem Schneebrett erfasst worden und rund 200 Meter mitgerissen worden. Er hatte laut Polizei keinen Lawinenpieps bei sich. Hunderte Einsatzkräfte, darunter das Bundesheer, Lawinensuchhunde sowie ein Hubschrauber beteiligten sich an der Suche.

Der leblose Körper des Einheimischen wurde schließlich am Dienstag gegen 10.30 Uhr rund 70 Zentimeter unter den Schneemassen von einem Suchhund geortet. Zur Zeit finde die Bergung des Leichnams statt, sagte ein Polizeisprecher zu Mittag. Im Anschluss würden weitere Erhebungen durchgeführt. Die Lawine war rund 300 Meter lang und etwa 100 Meter breit.

Begleiter verständigte die Polizei

Der Bursch war in Begleitung eines 14-jährigen Wintersportler gewesen. Dieser hatte sich aus den Schneemassen selbst befreien können und per Handy die Polizei verständigt. Die Jugendlichen waren gegen 15.30 Uhr in einen Hang vom Pengelstein in Richtung Saukasergraben eingefahren. Rund 50 Meter unterhalb des Kammes löste sich die Lawine, beide wurden mitgerissen.

Schließlich wurde die Suche nach dem 16-Jährigen kurz vor 21.00 Uhr aufgrund der herrschenden Lawinengefahr und wegen der Dunkelheit abgebrochen. Am Einsatz waren die umliegenden Bergrettungen Jochberg, Kitzbühel, Kirchberg, St. Johann und Westendorf, sowie mehrere Feuerwehrmänner, Bedienstete der Bergbahn Kitzbühel, Alpinpolizisten und ein Lawineneinsatzzug des Bundesheeres.

Am Montag hatte in Tirol verbreitet erhebliche Lawinengefahr, die Stufe "3" auf der fünfteiligen Gefahrenskala, geherrscht. Die Verhältnisse wurden von Experten als ungünstig beschrieben. Die Hauptgefahr liege bei neu gebildeten Triebschneeansammlungen besonders oberhalb etwa 1.800 Meter Seehöhe. Bereits durch geringe Zusatzbelastung könnten Lawinen ausgelöst werden, also schon durch das Gewicht eines einzelnen Wintersportlers. "Skitouren und Variantenfahrten erfordern derzeit viel Erfahrung. Vorsicht und Zurückhaltung sind dringend anzuraten", appellierte der Lawinenwarndienst an die Freizeitsportler. Schneebretter könnten aus hochalpinen, steilen Einzugsgebieten auch selbstausgelöst werden. Sie könnten mittlere bis große Ausmaße erreichen, hieß es.

Auch für Dienstag wurde die Situation als "heikel" beschrieben, die Lawinengefahr wurde mit der Warnstufe "3" beurteilt. Vor allem die frischen Triebschneeansammlungen waren äußerst störanfällig, teilten die Experten im Lawinenlagebericht mit.

APA/red.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen
Jetzt E-Paper lesen