160-facher Einbrecher in Zwettl gefasst

In Zwettl wurde ein 45-jähriger Deutscher geschnappt, der 60 Einbrüche in Schulen und öffentliche Gebäude in Österreich und 100 weitere in seiner Heimat verübt haben soll. Der Verdächtige dürfte alleine vorgegangen sein und per Bus oder Bahn "Tatort-Hopping" betrieben haben.
In Zwettl wurde ein 45-jähriger Deutscher geschnappt, der 60 Einbrüche in Schulen und öffentliche Gebäude in Österreich und 100 weitere in seiner Heimat verübt haben soll. Der Verdächtige dürfte alleine vorgegangen sein und per Bus oder Bahn "Tatort-Hopping" betrieben haben.

Über hundertmal ist nichts passiert, am 28. April wurde der mutmaßliche Serien-Einbrecher endlich erwischt. Der Mann wurde direkt nach einem Einbruch in eine Schule in Zwettl festgenommen. Dem Schuldirektor war der Einbruch kurz nach der Tat aufgefallen. Im Zuge der Fahndung wurde er schließlich erkannt und verhaftet. Im Rucksack des Mannes befanden sich drei Faustfeuerwaffen und 180 Stück Munition - entwendet bei einem Schützenverein in Bayern.

Der Mann zeigte sich zu sämtlichen Einbruchsdiebstählen geständig. Bei 60 Einbrüchen in Schulen und öffentliche Gebäude in Österreich wurde ein Gesamtschaden von mindestens 300.000 Euro verursacht. Der Mann war in seiner Heimat, wo er 100 Einbrüche verübt hat, bereits amtsbekannt.

 

Fahrten zu den Tatorten per Bus oder Bahn

Wie Chefinspektor Josef Grasel von der Diebstahlsgruppe des Landeskriminalamts Niederösterreich ausführte, haben grenzüberschreitende Polizeiarbeit und DNA-Treffer zu dem Erfolg geführt. Nachdem die Einbruchsserie im deutschen Ulm begonnen hatte, waren Vorarlberg und Tirol, dann Ober- und Niederösterreich betroffen. Der Verdächtige reiste per Bahn oder Bus quasi von Tatort zu Tatort.

Da er meist samstags in Schulgebäude eindrang, wurden die Diebstähle erst montags entdeckt - nur in Zwettl nicht, was ihm schlussendlich zum Verhängnis wurde. Die jeweilige Beute bewegte sich zwar nur um 500 Euro, einmal waren es 9.000 Euro, bei den Einbrüchen entstand jedoch beträchtlicher Sachschaden.

Verdächtiger technisch sehr versiert

Nach seinen Angaben übernachtete der 45-Jährige vorwiegend in Pensionen - Ausweise könnte er gefälscht haben, da er in Deutschland Blanko-Pässe gestohlen habe. Im Gefängnis habe der Mann eine Ausbildung zum Elektrotechniker absolviert, die ihm offenbar zu Gute kam, berichtete Grasel von dessen technischer Ausrüstung: Mithilfe eines kleinen Laptops habe er Schulstandorte und Gegebenheiten ausgekundschaftet und auch Polizeifunk abgehört.
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