In Europa sind heuer bereits fast 1.600 Infektionen mit dem West-Nil-Virus gemeldet worden - und das ohne Auslandsreisen. Die Menschen haben sich direkt vor Ort durch Stechmücken angesteckt. Besonders betroffen sind Italien und Griechenland, wo auch die meisten der bisher 61 Todesfälle auftraten.
Die Fallzahlen nach Ländern zeigen ein klares Bild: Italien führt die Statistik an, gefolgt von Griechenland. In Spanien wurden 125 Fälle registriert, in Frankreich 102, in Rumänien 91 und in Nordmazedonien 69. Auch die Niederlande (28 Fälle) und Deutschland (4 Fälle) sind betroffen.
Wie der Spiegel unter Berufung auf das Europäische Zentrum für Präventions- und Krankheitskontrolle (ECDC) meldet, treiben invasive Mückenarten die Ausbreitung voran. Die aktuellen Zahlen übertreffen bereits jetzt die Werte der Vorjahre deutlich: 2025 waren es 1.112 Fälle, 2024 insgesamt 1.436.
Auch in Österreich sind bereits Infektionen aufgetreten. Das Virus wird hauptsächlich von Stechmücken zwischen wildlebenden Vögeln übertragen. Menschen und andere Säugetiere können sich jedoch ebenfalls infizieren.
Rund 20 Prozent der Infizierten entwickeln das West-Nil-Fieber - eine grippeähnliche Erkrankung mit Fieber und Schüttelfrost. Nur etwa ein Prozent erkrankt schwer. In seltenen Fällen kann das Virus ins Gehirn gelangen und eine lebensbedrohliche Hirnhautentzündung auslösen.
Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) gibt es derzeit weder zugelassene Impfstoffe noch wirksame Behandlungsmethoden gegen das Virus. Die Hochsaison der Übertragungen liegt zwischen Juli und September.