Schon im März zeichnete sich bei den Asylanträgen ein deutlicher Anstieg ab. Mittlerweile wurden im ersten Jahresdrittel wurden 16.000 Ansuchen gestellt. Das ist mehr als jeweils in den Gesamtjahren 2018, 2019 und 2020.
Im Vergleich zum Vorjahr beträgt das Plus 138 Prozent. Menschen aus der Ukraine tragen zu der Entwicklung relativ wenig bei, dafür sind sie in der Grundversorgung stärkste Nation, berichtet die APA. Geflüchtete aus dem Kriegsland unterliegen nämlich einem anderen rechtlichen Status. da sie auch ohne Asylantrag in die Grundversorgung kommen erhalten sogar Zugang zum Arbeitsmarkt erhalten.
Bei den Asylanträgen sind Afghaninnen und Afghanen mit 4.245 Ansuchen die personenstärkste Gruppe, gefolgt von Syrern mit 3.920. Ukrainer folgen mit 453 Anträgen erst auf Platz acht.
Unverändert ist der größte Teil der Antragsteller über alle Herkunftsgruppen gerechnet männlich (knapp 84 Prozent). 30 Prozent sind unter 18 Jahren, während nur 0,5 Prozent über 65 sind. Die mit Abstand größte Gruppe sind mit 57,5 Prozent die 18- bis 35-Jährigen. Hoch ist die Zahl der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge mit 2.165.
Rechtskräftige Entscheidungen gab es heuer knapp 26.500. Dabei wurden knapp 7.000 Aufenthaltstitel vergeben, davon rund 4.500 Asyl, die übrigen subsidiären Schutz oder humanitäres Bleiberecht. 14.600 Entscheidungen fielen negativ aus.
Für ÖVP-Generalsekretärin Laura Sachslehner sind die Zahlen "ein Warnsignal, dass wir wachsam sein müssen", erklärt sie in einer Aussendung. Die EU dürfe sich von der notwendigen Nachbarschaftshilfe für die Ukraine nicht blenden und dazu verleiten lassen, die Grenzen für alle Migranten zu öffnen. Es brauche einen starken Außengrenzenschutz.