Hatzerl mit Mietauto und ohne Schein, Geisterfahrer mit 167 km/h, zu viele Insassen an Bord, mehrere Verletzte: Sechs Teenager zwischen 15 und 17 Jahren sorgten in der Nacht auf Sonntag mit unfassbaren Aktionen im Wiener Straßenverkehr für Entsetzen. Die Beamten jagten die Minderjährigen über die Tangente bis nach Simmering, erst nach einem Crash konnten sie aus dem Verkehr gezogen werden.
Beamte der Landesverkehrsabteilung Wien nahmen am Sonntag kurz nach Mitternacht zwei Autos wahr, die sich durch mehrmaliges Abbremsen und Beschleunigen zu einem Straßenrennen herausforderten. Beide Wägen rasten plötzlich mit bis zu 121 km/h an den Beamten vorbei – trotz Blaulicht und Folgetonhorn düsten die Rowdys davon.
Eines der beiden Fahrzeuge hielt rasch an, das zweite Auto überholte hingegen mehrere Verkehrsteilnehmer über die rechte Seite und ergriff weiterhin die Flucht. Mit dem Mietauto düsten die Teenager, der Lenker ist erst 16, über die Tangente (A23) in Richtung Norden. Bei der Abfahrt Budapest rasten die Jugendlichen auf die A4, wobei der Mietwagen ausbrach und die Leitplanke touchierte.
Nichtsdestotrotz setzten die Minderjährigen ihre Wahnsinns-Fahrt fort, fuhren in Fahrtrichtung Schwechat mit 144 km/h durch eine 60er-Zone. Der Teenie-Lenker ohne Führerschein fuhr mehrfach dicht auf vor ihm fahrende Pkw auf, überholte diese ohne Blinker und nötigte sie zum Aus- und Ablenken.
Dann nahmen die Jugendlichen die Ausfahrt Simmeringer Haide und fuhren in der Landwehrstraße unter anderem über den Gehsteig und einen Grünstreifen, zerlegten mit diesem Manöver die dort angebrachten Betonbegrenzungssteine. Trotzdem gab der Mietwagen-Lenker nicht auf, drückte weiter aufs Gaspedal. In der Zinnergasse raste der Lenker als Geisterfahrer auf die Freudenauer Hafenstraße zu – mit 167 km/h!
Dann düste der Teenager über eine Verkehrsinsel, raste daraufhin in mehrere Betonleitwände. Die Polizei stellte die Rowdys vor Ort und stellten fest: Sechs Insassen befanden sich die ganze Zeit über in dem Fünfsitzer. Sie versuchten zu flüchten, doch die Beamten spürten die Rowdys auf.
Alle minderjährigen Personen wurden durch die Berufsrettung Wien notfallmedizinisch versorgt und in Spitäler gebracht.
Bei den Minderjährigen handelte es sich um Minderjährige im Alter zwischen 15 und 17 Jahren. Der Lenker war 16, der Beifahrer erst 15 Jahre alt. Der Fahrer gab zu, das Mietfahrzeug über sein Handy und dem darauf installierten Account eines Verwandten in Betrieb genommen zu haben. Das Mietauto ist ein einziger Totalschaden. Weitere Erhebungen wegen zahlreichen verkehrsrechtlichen Übertretungen sowie strafrechtlicher Delikte laufen.