1.680 Euro! Wiener bekam für Falschparken 12 Strafzettel

Kapitän Franz Scheriau parkte sein Auto bei seinen Schiffen, nun erhielt er zwölf Strafverfügungen.
Kapitän Franz Scheriau parkte sein Auto bei seinen Schiffen, nun erhielt er zwölf Strafverfügungen.Denise Auer
Weil er sein Auto bei seinen Schiffen parkte, erhielt der ehemalige Kapitän Franz Scheriau (70) zwölf Strafen – auf einen Streich. 

Er befuhr die Meere von Australien bis Zypern, war mit 18 Jahren der jüngste Kapitän der Welt: Doch so ein heftiger (Behörden-)Wind schlug Franz Scheriau (70), der auf mehreren (Museums-)Schiffen am rechten Donauufer in der Dammhaufengasse (Leopoldstadt) lebt, noch nie entgegen: "Seit 16 Jahren parke ich mein Auto bei meinen Schiffen und wurde noch nie gestraft. Doch Ende Februar bekam ich zwölf Bescheide per Post – auf einmal! Die Strafen gehen bis September 2020 zurück. Jetzt soll ich 1.680 Euro zahlen. Ich hab' nicht einmal gewusst, dass ich dort nicht parken darf", ist der letzte Fährbetreiber Wiens empört.

Scheriau benutzt sein Auto auch als Werksfahrzeug für seine Schiffe, oft führt er Ladetätigkeiten durch, etwa, wenn Reparaturen anfallen. Ganz in der Nähe gibt es zwar einen legalen Parkplatz, aber: "Dort wird immer wieder in die Autos eingebrochen. Und derzeit finden auch Corona-Partys statt", meint der Wiener.

"Parkstrafenflut ist eine Behördenschikane" - Kapitän Franz Scheriau

Die Parkstrafenflut ist für den 70-Jährigen nur der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. Er vermutet eine Behördenschikane dahinter: "Ich habe vor kurzem auch eine Anzeige bekommen, dass meine Schiffe im Winter weg müssen, wegen einer sehr alten Verordnung. Aus irgendeinem Grund will mich der Magistrat loswerden", meint der Kapitän in Ruhestand, der nun rechtlich gegen die Strafverfügungen vorgeht.  

Auch in der ORF-Sendung "konkret" wurde die Geschichte von Scheriau aufgegriffen. Demnach antwortete die Landespolizeidirektion Wien in einer schriftlichen Stellungnahme: "In Bezug auf abgestellte Fahrzeuge auf den Uferbegleitwegen, Treppelwegen und Grünflächen gehen bei der Polizei massiv Beschwerden ein. Die Polizei ist im Sinne des Offizialprinzips dazu verpflichtet, jeder Beschwerde nachzugehen. Die Wasserpolizei übermittelte im Jahr 2020 bis inkl. 9. März 2021 insgesamt 563 Anzeigen, u.a. gemäß der Grünanlagenverordnung, an den Magistrat, der hier als Strafbehörde fungiert." Da es sich um ein laufendes Verfahren handelt, wollten laut ORF allerdings weder die Polizei noch der zuständige Magistrat näher auf den konkreten Fall eingehen.

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