Österreich

18 Jahre Haft für Wienerwald-Mörder

Heute Redaktion
14.09.2021, 16:01

Im Mordprozess um die zerstückelte Leiche, die vergangenes Jahr im Wienerwald gefunden wurde, gab es am Mittwoch einen einstimmigen Schuldspruch. Der 62-jährige Jozef E. wurde wegen Mord und Störung der Totenruhge zu 18 Jahre Haft verurteilt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Das Wiener Straflandesgericht befand den Angeklagten Jozef E. schuldig, am 30. März 2012 den 59-jährigen Milenko M. hinterrücks mit einem Vorschlaghammer getötet, der Leiche die Beine abgetrennt und diese in einem Waldstück nahe Gablitz im Bezirk Wien-Umgebung abgelegt zu haben.

Dort wurden die Leichenteile ein paar Tage später von einem Spaziergänger entdeckt. Der Schuldspruch wegen Mordes und Störung der Totenruhe fiel einstimmig aus. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Jozef E., der bis zuletzt die Täterschaft abgestritten hatte, meldete Nichtigkeitsbeschwerde und Berufung an. Dem Staatsanwalt war das Strafausmaß zu milde. Er legte Strafberufung ein.

Von langer Hand geplant

Laut Anklage soll die Bluttat von langer Hand geplant gewesen sein. Jozef E. habe den Pkw seines Bekannten in seinen Besitz bringen wollen und diesen nach der Ermordung auch tatsächlich nach Serbien geschafft, hatte Staatsanwalt Bernd Schneider in seinem Schlussplädoyer betont. Mit einer eigens angeschafften Plastikfolie habe er sein Kellerabteil ausgekleidet, um die Spuren bei der Leichenzerteilung rascher beseitigen zu können.

Der Angeklagte selbst behauptete vehement, zwei unbekannte Schwarzafrikaner wären dafür verantwortlich. Diese hätten ihn ebenfalls attackiert und mit einem Pistolenknauf im Kopf- und Gesichtsbereich traktiert. Man sehe die Narbe - eine hockerartige Erhöhung - heute noch. Gerichtsmediziner Wolfgang Denk sah allerdings keine.

Der Staatsanwalt betonte am Ende, das Beweisverfahren habe die Anklage untermauert. Er verwies vor allem darauf, dass sich DNA-Spuren von Jozef E. auf den Seilen fanden, mit denen die Leiche verschnürt worden war.

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