Fortsetzung der Verhandlung wegen fahrlässiger Körperverletzung und Gemeingefährdung heute am Gericht in der nö. Landeshauptstadt: Der erste Prozess im Oktober 2018 war vertagt worden. Damals fehlten noch Sprachaufzeichnungen und eine Übersicht über Wartungsaufträge. Unter anderem wegen Corona wurde der Prozess erst heute, knapp vier Jahre nach dem Vorfall, fortgeführt.
Rückblick: Der Angeklagte hatte laut Anklage als Verschieber am Bahnhof Randegg (Bezirk Scheibbs) gearbeitet. Er soll verantwortlich sein, dass sich eine Gruppe von Waggons losgelöst und rund 20 Kilometer unkontrolliert fuhr. Erst in Wieselburg (Bezirk Scheibbs) krachten die Geisterwaggons in einen Regionalzug. Bilanz: Vier Schwer- und 14 Leichtverletzte ("Heute" berichtete).
Vorgeworfen werden bzw. wurden dem Verschieber ein Außerachtlassen der Sorgfalt bei einem Kuppelvorgang sowie mangelnde Sicherung einer Waggongruppe in Randegg.
Heute meinte der Angeklagte bei der Verhandlung: "Es kann sein, dass ich einen Fehler gemacht habe." Der Richter warf aber ein: "Sie sind keine Maschine, haben sich jahrelang wohl verhalten." Laut Richter handelt es sich nicht um eine grobe Fahrlässigkeit, sondern um einen leichten Sorgfaltsverstoß. Daher kam der 55-Jährige mit einer Geldbuße in der Höhe von 2.900 Euro im Rahmen einer Diversion davon.