Mega-Flaschenretoure

180-Euro-Pfandbon lässt Supermarkt-Mitarbeiter toben

Eine über 180 Euro schwere Pfand-Retoure sorgt für hitzige Diskussion auf Reddit. Ein Supermarkt-Mitarbeiter lässt seinem Ärger freien Lauf.

Roman Palman
180-Euro-Pfandbon lässt Supermarkt-Mitarbeiter toben
Pfand-Automat in einem Supermarkt im Unterallgäu. Eine Frau wirft eine Plastik-Pfandflasche ein. Symbolbild.
imago images/MiS

Satte 180 Euro und 81 Cent ließ sich ein Kunde an einer deutschen Supermarkt-Kassa auszahlen. Möglich wurde das durch einen Mega-Pfandbon, den er später stolz auf der Internet-Plattform Reddit präsentierte: "Habe gehört, hier gibt's Karma gegen Pfand", schrieb User "megamichi" dazu. 

Auf dem Bild ist zu sehen, dass er die Summe hauptsächlich durch die Retoure von Pfandflaschen in einem Rewe-Markt erreicht hatte. Bei 25 Cent pro Stück wären das über 720 Flaschen, rechnet ein Leser vor. 

Die ganzen Flaschen sollen aus seiner Firma stammen, wo er seinen Mitarbeitern gratis Getränke zur Verfügung stelle. Diese hätten sich nun über mehrere Monate angesammelt, erklärt "megamichi" die Hintergründe.

Doch anstatt Beifall zu ernten, schlug ihm plötzlich heftige Kritik entgegen. "Richtig sozialverträglich, den Pfandautomaten stundenlang blockieren, zur Zeit, wo Familien und Arbeitstätige einkaufen müssen", ärgert sich ein Kommentator. "Der Pfandboy tut mir richtig Leid, wenn ich das sehe", schreibt ein anderer. 

"F*** you"

Ein User, angeblich selbst Mitarbeiter im Leergutlager, tobt: "F*** you". Grund für den Unmut: Mehrwegflaschen müssten vom Personal sortiert werden – "was bei so einer Menge mich depressiv machen würde" –, während Einweggebinde in 400 Liter Säcken gelagert würden, die konstant ausgeleert werden müssten.

Ein Supermarkt-Mitarbeiter stellt die Säcke mit retournierten Einwegflaschen zusammen. Archivbild
Ein Supermarkt-Mitarbeiter stellt die Säcke mit retournierten Einwegflaschen zusammen. Archivbild
imago stock&people

Ein weiterer wiederum hat mit der Menge prinzipiell kein Problem, zumindest solange diese nicht erst kurz vor Ladenschluss in den Automaten geworfen wird und dann in Hektik oder Überstunden für die damit befassten Angestellten resultiert.

Ich hab da keine 50 Säcke auf einmal rein getragen und vor dem Automaten kampiert.
User "megamichi"
zu seinem Mega-Pfandbon

"Megamichi" wehrte sich dann auch noch selbst, gegen die lauten Unkenrufe. Die Rückgabe habe gar nicht so lange gedauert wie viele vermuten. "Ich hab da keine 50 Säcke auf einmal rein getragen und vor dem Automaten kampiert. Ging schrittweise wie man ja an den Einzelbons sehen kann. In etwa wie 20 Einzelabgaben, die nix miteinander zu tun haben", stellt er klar.

Und weiter: "Reine Automatenzeit war sicher deutlich unter einer Stunde. Waren auch viele Kästen dabei. Die meiste Arbeit war gefühlt die Fahrerei".

Am Ende kamen so 184 Euro und 14 Cent an Pfand zusammen. Diese hatte er sich dann an der Kassa abzüglich eines Mini-Einkaufs – "zwei Dosen Paulaner Spezi" – an der Kassa ausbezahlen lassen. Das sei alles problemlos abgelaufen, schildert er. "Interessanterweise wollte die freundliche Dame an der Kasse meine Adresse und ne Unterschrift, aber das wars dann auch." 

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    Foto Hofer, Heschl
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    Auf den Punkt gebracht

    • Ein Reddit-Post über einen 180-Euro-Pfandbon, den ein Kunde durch die Rückgabe von hunderten Pfandflaschen in einem deutschen Supermarkt erhalten hat, löste hitzige Diskussionen aus
    • Einige Reddit-Nutzer und Supermarkt-Mitarbeiter kritisierten den Kunden dafür, den Pfandautomaten zu blockieren und die Mitarbeiter mit der großen Menge an Leergut zu belasten, während andere die Aktion verteidigten
    • Obwohl der Kunde sich gegen die Kritik verteidigte und betonte, dass die Rückgabe schrittweise erfolgte, sorgte der Vorfall für Kontroversen
    rcp
    Akt.