Der Fall hatte im Dezember 2022 die Bundeshauptstadt erschüttert: Am ersten Dezember-Wochenende fanden Mieter eine leblose junge Frau im Stiegenhaus eines Objekts in Wien-Döbling. Notarzt und Rettungssanitäter kämpften um das Leben der 19-Jährigen – leider vergeblich. Die Polizei nahm Ermittlungen auf und kam auf die Spur einer grausigen Geschichte. Demnach soll ein 17-Jähriger an diesem Wochenende eine Drogen-Party in seiner Wohnung gefeiert haben.
Nach einer durchfeierten Nacht mit Freunden und Bekannten soll am Sonntag die 19-Jährige dazugestoßen sein – die der Gastgeber bis dahin nicht gekannt haben soll. Ob die Frau schon zuvor Kontakt mit Drogen hatte, ist nicht geklärt – dem Gastgeber wird allerdings vorgeworfen, der jungen Frau reichlich Substanzen gereicht zu haben. So viel, dass die Frau schließlich bewusstlos geworden sei, so die Polizei.
Ansprechpartner im Fall von Gewalt
Frauenhelpline: 0800 222 555
Wiener Interventionsstelle/Gewaltschutzzentrum: 0800 700 217
Opfer-Notruf: 0800 112 112
Notruf des Vereins der Wiener Frauenhäuser: 05 77 2
Statt die Rettung zu rufen, soll der 17-Jährige die 19-Jährige aber sexuell missbraucht – und sich dann schlafen gelegt haben. Am Montagmorgen soll der 17-Jährige schließlich (spätestens) festgestellt haben, dass die 19-Jährige keine Lebenszeichen mehr von sich gab. Grund dürfte laut Obduktion eine Überdosis gewesen sein. Doch der nächste Vorwurf: Auch da soll der junge Mann nicht Alarm geschlagen haben, sondern die 19-Jährige im Stiegenhaus abgelegt haben.
Nun hat die Staatsanwaltschaft Wien Anklagen gegen den 17-Jährigen erhoben – der Verdacht lautet auf sexuellen Missbrauch einer wehrlosen Person und Imstichlassen einer Verletzten mit Todesfolge. Der 17-Jährige sitzt seit dem Vorfall in Untersuchungshaft, wegen des mutmaßlichen Missbrauchs drohen bis zu zehn Jahre, wegen des mutmaßlichen Imstichlassens bis zu drei Jahre Haft. Es gilt die Unschuldsvermutung.