2. Lockdown? "Ein trauriges Gesicht vertreibt Kunden"

"Boutique Kim!" - Das Mutter-Tochter Gespann aus Bad Vöslau blickt hoffnungsvoll in die Zukunft.
"Boutique Kim!" - Das Mutter-Tochter Gespann aus Bad Vöslau blickt hoffnungsvoll in die Zukunft.CKFotografie
Silvia Halfar hat vor zehn Jahren eine exklusive Boutique in Bad Vöslau eröffnet. Tochter Kim führt diese seit heuer durch die Krise.

Einen echten Lebenstraum konnte sich Silvia Halfar vor zehn Jahren erfüllen und ihre eigene Boutique in Bad Vöslau eröffnen. Der kleine, aber feine Laden mitten im Herzen der Kurstadt wird seit heuer, genauer gesagt, seit ersten September von Tocher Kim, die auch die Namensgeberin des Fashion-Stores ist, geleitet. Ein hartes Jahr für den Start als Unternehmerin. "Heute.at" war vor Ort und hat mit beiden Damen geplaudert.

Wie habt ihr den ersten Lockdown überstanden?

Silvia: Wir waren Gott sei Dank "nur" ein Monat im Lockdown und hatten das wirklich große Glück, dass uns die Stammkunden nicht vergessen haben.

Kim: Unser Store ist ja nicht der Größte und so ändert sich unser Sortiment nahezu täglich. Also haben wir einfach Bilder der neuen Kleidungsstücke gemacht und sie an unsere langjährigen Kunden geschickt. Viele haben dann auch tatsächlich bestellt und wir spielten selbst Postbote und brachten die Ware zum Kunden. Das hat uns wirklich gerettet.

Silvia: Es war wirklich schön zu sehen, dass sich der langjährige Kundenkontakt in dieser schweren Zeit ausgezahlt hat. Ich bin unseren Kunden so dankbar, dass sie uns weiterhin unterstützen und vor Ort gekauft haben. Diese Erfahrung möchte ich im Nachhinein gar nicht missen. So war es uns zumindest möglich unsere diversen Steuern und Versicherungen zu bezahlen. Wir mussten nichts stunden.

Habt ihr finanzielle Hilfspakete der Regierung in Anspruch genommen?

Kim: Ja haben wir. Gleich den ersten Härtefallfond. War nicht viel, aber besser als gar nichts.

Silvia: Wir dürfen natürlich auch nicht vergessen, dass uns das Haus, in dem die Boutique untergebracht ist, gehört. Keine Miete bezahlen zu müssen, solange nichts rein kommt ist natürlich auch ein "Luxus" den Andere nicht haben. Dessen sind wir uns bewusst.

Sofern ein zweiter Lockdown in Kraft tritt, wie würdet ihr damit umgehen?

Kim: Naja, genau vor Weihnachten ist das natürlich schlimm. Denn durch die Corona-Maßnahmen im Veranstaltungsbereich -  keine Feiern, keine Bälle - entgeht uns sowieso schon ein gewisser Anteil. Wer nirgends hingehen darf, braucht natürlich auch kein Abendkleid, aber ich denke, dass uns auch hier wieder etwas einfällt und wir vielleicht vermehrt Gutscheine versenden werden.

Silvia: Man darf nur eines nie vergessen: Bei uns hängt nichts auf Komission. Alles hier im Laden wurde von uns bereits gekauft und muss bezahlt werden. Wenn ein Lockdown länger dauert und die Mode dann nicht mehr Saisongerecht ist, bleibt man natürlich darauf sitzen. Jeder Tag mit null Euro Umsatz ist natürlich verloren und wir kalkulieren natürlich unser Budget immer mit zwölf Monaten und nicht mit elf oder gar zehn.

Ihr strahlt trotz aller Sorgen so eine tolle Grundeinstellung aus...

Kim: Ich würde sagen, wir müssen es einfach so nehmen wie es kommt und uns darauf besinnen, dass es hier ja um die Gesundheit geht. Die geht immer vor. Außerdem nützt ja ein trauriges Gesicht nichts und vertreibt die Kunden. (lacht)

Silvia: Pauschal kann, glaube ich, niemand sagen wie lange die Krise noch dauert. Lockdown hin, Lockdown her, also? Machen wir eben das Beste daraus... oder versuchen es zumindest.

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