Im Kaunertal ging am Sonntagnachmittag ein heftiges Unwetter nieder. Starke Gewitter mit Hagel ließen den Rötizbach und den Watzebach stark anschwellen. In der Folge gingen Muren ab und verlegten die Kaunertaler Gletscherstraße auf rund 50 Metern.
Laut Polizei wurden Teile der Fahrbahn weggespült, auch die Stromversorgung wurde unterbrochen. Für rund 200 Personen im hinteren Kaunertal gab es damit vorerst kein Durchkommen mehr. Sie wurden vor Ort untergebracht und versorgt.
"Nach ersten Erkundungs- und Versorgungsflügen wurden vulnerable Personen durch die Libelle Tirol bereits ausgeflogen", sagte Elmar Rizzoli, Leiter des Tiroler Zentrums für Krisen- und Katastrophenmanagement, am Sonntagabend. "Die restlichen Personen verbringen die Nacht im Gepatschhaus sowie im Gletscherrestaurant."
Die weiteren Evakuierungen sollen am Montagmorgen mit Hubschraubern des Bundesheers und der Polizei erfolgen. Hinweise auf vermisste Personen gibt es laut Angaben nicht.
Die Landesgeologie war bereits zur Begutachtung vor Ort. Die Kaunertaler Gletscherstraße bleibt bis auf Weiteres gesperrt.