2020 werden eine Million Reisepässe ungültig

Reisepässe der Republik Österreich auf einem Tisch. Symbolfoto.
Reisepässe der Republik Österreich auf einem Tisch. Symbolfoto.Bild: picturedesk.com
Jeder sechste Reisepass wird im kommenden Jahr seine Gültigkeit verlieren. Darum kommt es zu dieser ungewöhnlichen Häufung.
Ein neues "Megapassjahr" steht bevor: Alle zehn Jahre ist die Zahl der ungültig werdenden Reisepässe "deutlich" höher als im Rest der Dekade. Wie der ORF am Donnerstag unter Bezug auf Daten aus dem Innenministerium berichtet, wird jeder sechste Reisepass 2020 auslaufen.

Die Ursache dieses Phänomens ist eine Gebührenerhöhung, die Reisepässe ab dem 1. Juni 2000 empfindlich teurer machte. Kostete die Ausstellung davor noch 490 Schilling, waren es nach dem Stichtag 950 Schilling – also beinahe das Doppelte. Heutzutage wären das 35 beziehungsweise 69 Euro.

Schüssel, Grasser & Co.

"Damals haben viele Bürgerinnen und Bürger, bevor der Reisepass spürbar teurer geworden ist, noch rasch einen neuen Pass zur alten Gebühr ausstellen lassen", wird das Innenressort in dem Bericht zitiert. Seither kommt es alle zehn Jahre zu dieser Spitze.

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Dass die Gebühr für Reisepässe derart sprunghaft angehoben wurde, verdanken die Österreicher der damaligen schwarz-blauen Regierung. Das Budget von Finanzminister Karl-Heinz Grasser (FPÖ) sah die Erhöhung zahlreicher Steuern, Abgaben und Gebühren vor, um das Maastricht-Defizit zu erreichen.

Das Gesetz passierte den Nationalrat trotz heftiger Kritik der Opposition. Doch schon vor dem Beschluss sei es zu Hamsterkäufen gekommen, die diverse Behördenstellen zur Verzweiflung brachten, berichtet der ORF. In Wien-Favoriten sollen sich damals Menschen sogar um die Antragsnummern geprügelt haben. Auch in den anderen Landeshauptstädten war der Andrang riesig.

Vorbereitungen laufen bereits

Insgesamt wurden im Jahr 2000 rund 1,2 Millionen Reisepässe ausgestellt, die nun alle ihre Gültigkeit verlieren. 200.000 Bürger mussten aufgrund von Lieferengpässen sogar bis November warten, ehe sie das angeforderte Dokument auch wirklich in den Händen hielten.

Das Innenministerium empfiehlt deshalb für nächstes Jahr, "rechtzeitig zu kontrollieren, ob der Reisepass noch gültig ist". Zwar sind die Vorbereitungen auf den Ansturm in vollem Gang, doch wer erst im März einen neuen Pass beantragt, müsse "mit längeren Wartezeiten" rechnen.

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