22-Jährige schneidet sich für Betrug eigene Hand ab

Julija Adlešič vor Gericht
Julija Adlešič vor GerichtScreenshot Twitter/Vitomir Petrovic
Eine 22-jährige Frau wollte mit einem Versicherungsbetrug rund eine halbe Million Euro erschleichen. Nun wurde die Slowenin verurteilt.

Es war eine Tat, welche ein ganzes Land in Aufruhr versetzte: Eine 22-jährige Frau wurde 2019 in Slowenien verhaftet, nachdem sie mit einer abgetrennten Hand in ein Spital gegangen war. Sie selbst behauptete, dass der Unfall mit einer Kreissäge beim Zerschneiden von Ästen passiert sei. Erst später wurde klar, dass sich Julija Adlesic ihre Hand bewusst abgeschnitten hatte, um Geld von der Versicherung zu kriegen.

Bei der Ankunft im Spital war die abgetrennte Hand nicht dabei. Erst die einschreitende Polizei fand das fehlende Körperteil und brachte es rechtzeitig in die Klinik, wo es wieder angenäht werden konnte.

Das Gericht befand, dass sie und ihr Freund – gegen den seit 2015 ein Mordprozess läuft, weil er seine damalige Partnerin beim Säubern seines Gewehrs erschossen hatte – die Hand extra abgeschnitten und zurückgelassen hatten, um sicherzustellen, dass die Verletzung dauerhaft sei. Tage zuvor hatten die beiden im Internet nach künstlichen Händen gesucht. Ein weiteres Indiz für die Staatsanwälte, dass die Verletzung ein bewusster Entscheid und kein Unfall war.

Nun drohen ihr zwei Jahre Gefängnis

Nun drohen Adlesic zwei Jahre Gefängnis, während ihr Freund zu einer dreijährigen Haftstrafe verurteilt wurde. Auch dessen Vater wurde zu einer einjährigen Bewährungsstrafe verurteilt.

Während des ganzen Gerichtsprozesses bestritt sie, die Hand bewusst abgeschnitten zu haben. Hätte die Staatsanwaltschaft keine Beweise gefunden und die betrügerische Klage wäre erfolgreich gewesen, hätte Julija Adlesic rund eine halbe Million Euro als Pauschalbetrag und monatliche Raten erhalten. Insgesamt wären ihr rund 1,2 Millionen Euro zugestanden.

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