220.000 Euro für 712 Tage unschuldig in Haft

Fünf Jahre ging er durch die Hölle, verlor alles und ist schwer traumatisiert: Jetzt bekommt Justizopfer Franz Ambrosi (46) aus Mödling (NÖ) ein weiteres finanzielles Trostpflaster - 220.000 Euro.

Fünf Jahre ging er durch die Hölle, verlor alles und ist schwer traumatisiert: Jetzt bekommt Justizopfer Franz Ambrosi (46) aus Mödling (NÖ) ein weiteres finanzielles Trostpflaster – 220.000 Euro.

"Ein bisschen was bleibt für den Neuanfang", sagte Ambrosi kurz nach der frohen Botschaft erleichtert zu "Heute". Nach 55.000 Euro Schmerzensgeld und 50.000 Euro Haftentschädigung im April 2015 erhält der Elektriker nun 220.000 Euro Verdienstentgang (nicht rechtskräftig) vom Staat.

Rückblick: 2007 war Ambrosi für eine angebliche Messer- und Seilattacke auf seine Ex-Frau zu zwölf Jahren Haft verurteilt worden. Seine Anwältin Karin Prutsch war aber überzeugt: "Täter" Ambrosi ist das Opfer, kämpfte für eine Wiederaufnahme. Nach 712 Tagen in der berüchtigten Karlau wurde Ambrosi 2009 enthaftet – und 2012 bei der Neuauflage des Prozesses nach fünf quälenden Jahren der Ungewissheit unter Blitzlichtgewitter freigesprochen.

Drei Jahre danach leidet Ambrosi immer noch unter Angststörung, ist nicht arbeitsfähig, aber neu verliebt. "105.000 Euro zahlte ich nur für die Verteidigung und Schulden. Jetzt kann ich endlich meiner Familie, die immer zu mir hielt, etwas zurückgeben."

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