230-Kilo-Patient muss für Rettung 2.184 Euro zahlen

230-Kilo-Mann flatterte Rechnung über 2.184,70 Euro für Krankentransport ins Haus.
230-Kilo-Mann flatterte Rechnung über 2.184,70 Euro für Krankentransport ins Haus.Bild: privat, Picturedesk (Symbol)

Patient aus dem Bezirk Gänserndorf ist fassungslos: Weil er mit einem Spezialfahrzeug ins Spital gefahren wurde, erhielt er eine Transportrechnung in Höhe von 2.184,70 Euro.

Ende September hatte Herbert K. (Name geändert) aus dem Bezirk Gänserndorf wegen starker Bauchschmerzen die Rettung gerufen. Die herbeigeeilten Sanitäter alarmierten den Notarzt nach, der dem 230 Kilo schweren Patienten Schmerzmittel sowie Blutdrucksenker verabreichte.

Der Marchfelder hatte einen Darmverschluss erlitten, die Situation laut "NÖN" lebensbedrohlich für ihn.

Das Problem: Wegen seiner Körperfülle wurde er mit einem Spezialtransporter ins 70 Kilometer entfernte Krankenhaus gebracht, dieses war vom Arbeiter-Samariter-Bund angefordert worden. "Dabei hätte ich in den normalen Rettungswagen einsteigen können. Ich wurde über die Folgekosten nicht aufgeklärt", so der schwere Patient zu "Heute".

Rechnung über 2.184,70 Euro für Transport

Vor wenigen Tagen wurde der Mann in die häusliche Obhut entlassen, alles ging gut aus. Zu Hause dann die dicke Überraschung: Vom Arbeiter-Samariterbund Österreichs war ihm eine Transportrechnung ins Haus geflattert.

Darin heißt es: "Da dieser Transport mit einem Spezialfahrzeug, welches die Krankenkasse nicht bezahlt, durchgeführt wurde, dürfen wir Ihnen nun diese Kosten privat in Rechnung stellen." Die Kosten für den Transport: 2.184,70 Euro. "Wir ersuchen um Überweisung binnen 10 Tagen auf unser Konto."

"Ich werde sicher nicht zahlen, habe bereits die Dokumentation zu dem Fall der NÖGKK übermittelt", so der 230 Kilo schwere Mann.

Patient ist Notstandshilfe-Bezieher

Laut NÖ Gebietskrankenkasse sei in diesem speziellen Fall mit Einsatz eines Spezialfahrzeuges nicht in der Vereinbarung mit Rettungsdiensten vorhanden. Wegen seiner sozialen Bedürftigkeit (der Mann ist Notstandshilfe-Bezieher) könne er sich an den kasseneigenen Unterstützungsfonds wenden.

Markus Wieninger, Experte beim Samariterbund, gegenüber der "NÖN": "Personen, die in kein gewöhnliches Rettungsauto passen, können von uns mit einem speziell angefertigten Notarzt-Lkw transportiert werden." Die Organisation bei der Einmahnung offener Beträge sei kulant und gewähre ein langes Zahlungsziel.

Der schwergewichtige Patient zeigt sich enttäuscht: "Ich kann doch nicht dafür bestraft werden, dass ich an einer Essstörung leide. Kann es das geben, dass der Sozialstaat Österreich dicke, mittellose Menschen im Stich lässt?" (wes)

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