Österreich

Steht die 24-Stunden-Pflege bald vor dem Kollaps?

Seit Jahren wird über die Pflegereform diskutiert und nach Lösungen gesucht. Passiert ist nicht allzu viel, nun spitzt sich die Lage in Österreich zu.

Kaum jemand kann sich eine 24-Stunden-Pflege leisten. Doch in den Heimen gibt es weder freie Plätze noch Personal.
Kaum jemand kann sich eine 24-Stunden-Pflege leisten. Doch in den Heimen gibt es weder freie Plätze noch Personal.
Getty Images/iStockphoto

Immer lauter werden die Warnungen: Das Pflegesystem ist kurz davor, völlig zu kollabieren. In den Heimen gibt es keine freien Plätze, Mitarbeiter fehlen in jedem Bereich und viele kehren dem Beruf aus Überforderung, fehlender politischer Unterstützung und der schlechten Bezahlung den Rücken. Vor allem die 24-Stunden-Pflege steht auf der Kippe.

Aktuelle Teuerungen

Doch wer betreut dann die alten und kranken Menschen in unserem Land? Viele Familien versuchen, die Angehörigen selbst zu Hause zu pflegen. Was nicht nur psychische und physische Herausforderungen mit sich bringt, sondern auch eine finanzielle Hürde darstellt. Viele sind auf eine Heimpflege angewiesen, kaum jemand von den Betroffenen kann sich eine 24-Stunden-Pflege leisten. Denn auch bei der 24-Stunden-Pflege schlagen die aktuellen Teuerungen zu.

Kein Personal, keine freien Plätze

"Seit 2007 ist die vom Bund beschlossene Förderung in Höhe von monatlich 550 Euro nämlich weder erhöht noch an die Inflation angepasst worden“, kritisiert Helmut Lutz, Geschäftsführer von Malteser Care. Er warnt eindringlich vor einem Kollaps des Pflege-Systems. Rund 30.000 Personen sind in Österreich auf eine Pflegekraft angewiesen. Fällt diese Hilfe weg, müssten die Personen in öffentlichen oder privaten Pflegeheimen untergebracht werden. Doch weder gibt es diese Plätze noch die Mitarbeiter. Dieses Szenario ist schlichtweg nicht umsetzbar.

Förderungen verdoppeln

"Außerdem kommt dem Staat ein solcher Heimplatz viel teurer als die Unterstützung für Heimpflege. So geht aus dem Pflegevorsorgebericht hervor, dass sich in Wien die Jahresausgaben der öffentlichen Hand für eine stationäre Pflege auf über 33.000 Euro belaufen“, erklärt Helmut Lutz. Im Vergleich: "Wird die Förderung für Pflegeheimkräfte auf 1100 Euro im Monat verdoppelt, würde das 13.200 Euro kosten", rechnet Lutz vor.

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