28 Jahre und 6 Monate Haft für Amanda Knox

Bild: AP

Beim Prozess Florenz wegen des Mordes an der britischen Austauschstudentin Meredith Kercher ist die angeklagte US-Bürgerin Amanda Knox in Abwesenheit am Donnerstag zu 28 Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt worden.

ist die angeklagte US-Bürgerin Amanda Knox in Abwesenheit am Donnerstag zu 28 Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt worden.

Ihr wurde am Ende eines im vergangenen September begonnen Berufungsprozesses zu 25 Jahren Haft verurteilt. Die Staatsanwaltschaft hatte für Knox 30 Jahre Haft, für Sollecito 26 Jahre gefordert. Sollecito wartete nicht wie ursprünglich angekündigt auf den Richterspruch. Vor Gericht anwesend waren dagegen Merediths aus Großbritannien angereisten Geschwister.

Kercher war Anfang November 2007 halbnackt und mit durchschnittener Kehle in dem Haus in der italienischen Universitätsstadt Perugia gefunden worden, dass sie gemeinsam mit Knox bewohnte. Die 21-jährige Britin soll gemeinsam von Knox, ihrem damaligen Freund Sollecito sowie dem ebenfalls angeklagten Rudy Guede ermordet worden sein, weil sie sich weigerte, bei Sexspielen mitzumachen. Guede war nach einem Teilgeständnis in einem getrennten Schnellverfahren zu 16 Jahren Haft verurteilt worden.

Elf Stunden lang beraten

Das Urteil im Prozess erging am Ende einer Gerichtsverhandlung von mehr als elf Stunden. Giulia Bongiorno, Rechtsanwältin des angeklagten Italieners Raffaele Sollecito, der zu 25 Jahren Haft verurteilt wurde, kritisierte das vom Berufungsgericht in Florenz gefällte Urteil. Es gebe keinerlei Beweise gegen die Angeklagten. Sollecito werde beim Kassationsgericht in Rom, der dritten und letzten Instanz im italienischen Justizsystem, Einspruch gegen seine Verurteilung einlegen, sagte die Anwältin. .

"Das ist lediglich eine Etappe, dieses Urteil wird nicht halten", kommentierte die Anwältin. Sollecito soll laut dem Richterbeschluss der Pass entzogen werde, damit er das Land nicht verlassen könne. Ihm droht jedoch bis zum letztinstanzlichen Urteil nicht die Haft. Auch die Anwälte von Knox kündigten Einspruch gegen das Urteil an. "Wir werden weiterhin im Interesse Amandas kämpfen. Es tut uns wegen ihr sehr leid. Die langen Beratungen vor dem Urteil bezeugen, dass in diesem Fall vieles nicht klar ist", so der Rechtsanwalt Luciano Ghirga.

Amandas DNA in allen Blutlacken

Die Staatsanwälte behaupten, dass Guede nicht allein für das Delikt verantwortlich gemacht werde könne. In allen Blutlacken, die am Tatort gefunden worden waren, seien auch DNA-Spuren Amandas vorhanden gewesen.

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