29 neue Wohnungen im Gasexplosions-Haus

Eine Explosion zerstörte einen Großteil des Hauses auf der Mariahilfer Straße 182 in Wien. Bis Dezember entstehen dort 29 Wohnungen.
Eine schreckliche Katastrophe erschütterte vor drei Jahren das Haus in der Mariahilfer Straße 182. Bei einer Gasexplosion wurden zwei Stockwerke völlig zerstört, wie durch ein Wunder überlebten alle Bewohner – bis auf den jungen Mann, der die Gasleitung manipuliert hatte.

Blick bis Schönbrunn

Derzeit laufen die Arbeiten im Gebäude auf Hochtouren. Toll: Vom Dachgeschoß aus sieht man bis zur Gloriette in Schönbrunn. Am Mittwoch luden Wohnbaustadtrat Michael Ludwig (SPÖ) und Gerhard Zatlokal (SPÖ), Bezirkschef von Rudolfsheim-Fünfhaus, zu einem Rundgang ins Gasexplosionshaus. Schritt für Schritt wird das Gebäude saniert.

Neun Wohnungen im Dachgeschoß

"Wir hatten zwei Möglichkeiten: Entweder, das Gebäude vollständige abzureißen oder das Gründerzeithaus zu retten, das das Gebiet rundherum wesentlich mitprägt", sagt Ludwig. Entschieden haben sich Stadt und Hauseigentümer für Letzteres. Gesamtkosten für die Sanierung des Gründerzeithauses: Rund sieben Millionen Euro. 4,4 Millionen davon kommen von der Stadt. "Wir bemühen uns und kämpfen für jedes historische Gebäude in der Stadt", so Ludwig. Ob das aufgeht, liege allerdings immer auch an den Eigentümern.

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In dem Haus wurde schon mit dem Innenausbau begonnen. "Es entstehen 20 Altbauwohnungen und zusätzliche neun Wohnungen im Dachgeschoß", sagt Architektin Isabella Wall von "trimmel wall architekten". Die neuen Wohnungen sind zwischen 40 und 140 Quadratmeter groß. Sieben von den neun Dachgeschoß-Wohnungen sind Maisonetten, zwei kleine Studios wird es auch geben. Die gesamte Wohnnutzfläche des Hauses: 2.360 Quadratmeter. Zwischen sechs bis acht Euro pro Quadratmeter werden die neuen Bewohner Miete zahlen. Insgesamt sieben von den Altmietern werden wieder einziehen.

Im alten Gebäude gab es 28 Wohnungen – rund die Hälfte davon waren Substandardwohnungen. Durch die Explosion wurde viel zerstört, Wohnungen wurden zusammengelegt. Im sanierten Gebäude hat rund die Hälfte der Wohnungen Balkon, Loggia oder Terrasse. Schön: Im Innenhof wird es eine begrünte Dachterrasse geben.

Keine Gentrifizierung

"Wir wollen die Bevölkerung im Bezirk halten", betont Gerhard Zatlokal (SPÖ), Bezirkschef von Rudolfsheim-Fünfhaus. Und: "Wir wollen, dass Wohnen leistbar bleibt." Der Vorteil: Durch geförderte Sanierungen sind die Mieten für die nächsten zehn bzw. 15 Jahre gedeckelt. "Die Gentrifizierung kann dadurch nicht so stattfinden wie etwa am Brunnenmarkt", erklärt Zatlokal.

Der 15. Bezirk setzt überhaupt auf Sanierung: Nicht nur das Haus auf Nummer 182 wird revitalisiert, rundherum wird das Areal Rustendorf zum Blocksanierungsgebiet. Rund 10.000 Personen in 365 Liegenschaften wohnen in dem Gebiet – das nun Schritt für Schritt attraktiver wird.

Allein heuer sind laut Ludwig rund 200 Millionen Euro für die sanfte Stadterneuerung vorgesehen.

In geförderter Sanierung (in Vorbereitung und in Bau) befinden sich in Wien derzeit 346 Wohngebäude mit rund 25.800 Wohneinheiten. Die Fördermittel der Stadt betragen insgesamt rund 516 Millionen Euro (355 Millionen Landeszuschuss, 161 Millionen Landesdarlehen), die Gesamtsanierungskosten rund 985 Millionen Euro.

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