3 Bürgerinitiativen gegen mögliches Groß-Projekt

Auf den ehemaligen Gärtnerei-Gründen in der Gallitzinstraße könnte ein "Monster-Projekt" umgesetzt werden, befürchten die Anrainer. Die Stadt beruhigt.

Das 16.300 Quadratmeter große Grundstück zwischen der Hofzinsergasse, der Erdbrustgasse und der Gallitzinstraße am Fuße des Wilhelminenbergs liegt brach. Weil die Flächen von der Friedhofsgärtnerei nicht mehr genutzt werden, gelten sie nun offiziell als Stadtentwicklungsgebiet. Zwar stünden derzeit keine Entscheidungen an, heißt es aus dem Büro von Planungsstadträtin Maria Vassilakou (Grüne). Der Wunsch der neuen Bauträger auf Umwidmung von "L" (Grünland – ländliches Gebiet) auf "W" (Bauland – Wohngebiet Bauklasse I-III; Gebäudehöhe bis höchstens 16 Meter) sei aber bekannt. Die Gerüchte über ein "Bauprojekt Gallitzinstraße 8–16" verdichten sich.



Drei Bürgerinitiativen mit bereits mehr als 200 Mitgliedern


Das ruft nun die Anrainer auf den Plan. Drei Bürgerinitiativen – "Initiative Gallitzinstraße" mit rund 150 Mitgliedern, "Initiative Erdbrustgasse" mit rund 20 Mitgliedern und "Smart Grätzel Wilhelminenberg" mit rund 50 Mitgliedern – haben sich bereits gegründet. Am 23. August steht ein Treffen der Initiativen an, um gemeinsam gegen den befürchteten "Monster-Bau" vorzugehen. 175 Wohnungen könnten hier entstehen.

Am 21. September sei ein Meeting mit der Bezirksvorstehung geplant. Unterstützt werden die Anrainer unter anderem von ÖVP und Neos.

Was wollen die Bürgerinitiativen? "Heute" sprach mit Christian-André Weinberger, Chef der Initiative "Smart Grätzel Wilhelminenberg"

"Wir befürchten, dass hier 13.000 Quadratmeter Wohnfläche und rund 175 Wohnungen errichtet werden sollen", sagt Christian-Andre Weinberger von der Gruppe "Smart Grätzel Wilhelminenberg". Und: "Es ist mir völlig klar, dass Wien wächst und Wohnbau ein wichtiges Thema ist. Verdichtung ist bestimmt notwendig. Aber warum schon wieder bei uns? Der Wilhelminenberg ist mit seiner hohen Lebensqualität und guten Luft das Naherholungsgebiet für Ottakring, Penzing und Hernals und Menschen haben sich mit ihren Investments sehr aktiv für diesen grünen Lebensraum entschieden", so Weinberger. Das wolle man sich von der Stadt ohne Transparenz und aktiver Mitbestimmung nicht kaputt machen lassen.

"Die Lunge des 16. Bezirks muss erhalten bleiben"

"Der Wilhelminenberg ist in den vergangenen 15 Jahren bereits massiv verdichtet worden. Irgendwann muss es damit aber auch gut sein. Am Johann-Nepomuk-Bergerplatz um € 10 Mio eine Grünoase zu schaffen und gleichzeitig in der Wienerwaldrandlage am Wilhelminenberg bestehendes Erholungsgebiet zubetonieren zu wollen, konterkariert die Vorhaben des Stadtentwicklungsplans Step 2025 zur Erhaltung eines hohen Grünflächenanteils", ist der Ottakringer überzeugt. "Der Wilhelminenberg als die Lunge des 16. Bezirks muss mit seinen Grünflächen und Freiräumen, besonders am Stadtrand, erhalten bleiben zum Wohle eines lebenswerten Miteinanders vieler unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen im Bezirk und für die prognostizierten zukünftigen zusätzlichen EinwohnerInnen unserer Stadt", fordert Weinberger. Man müsse aufhören, etwas gegen den Berg zu tun, sondern sollte endlich etwas für ihn machen.

Die Forderungen seiner Bürgerinitiative:

- "Beibehaltung der aktuellen "L"-Widmung für die Grundstücke Gallitzinstraße 8-16

- Entscheidungstransparenz zu einem Verdichtungs- und Verkehrskonzept "Ottakring 2030" und eine bindende Abstimmung durch die Anrainer vor Beginn des "MA 21 Blau-/Grün-/Rotdruck-Verfahrens"

- Gestaltung des "Naherholungsgebietes Wilhelminenberg" als Smart Grätzel zur Unterstützung der Smart City Wien.

"Es gab schon eine Bürgerinfo-Veranstaltung. Die Anregungen werden in die weitere Planung einbezogen", heißt es aus dem Büro von Planungsstadträtin Maria Vassilakou (Grüne).

(ck)

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