Seit mittlerweile neun Tagen sitzt eine Wiener Familie in häuslicher Quarantäne, darf also nicht einmal für Einkäufe vor die Türe. "Alles begann", erzählt Mutter Sarah M. (Name geändert) gegenüber "Heute", "als meine sechsjährige Tochter am 24. März Ohren-, Bauch-, Hals- und Augenschmerzen hatte und dazu Husten bekam."
Zuerst Rotes, dann Grünes Kreuz
Auch weil die Familie kurz zuvor eine Warnung aus dem Kindergarten erhalten hatte, dass eines der Kinder Kontakt zu einer infizierten Person hatte, rief sie die Gesundheitsnummer 1450. "Am Freitag kam dann das Rote Kreuz vorbei, aber nicht um unsere Tochter zu testen sondern den Vater", erzählt die Mutter. Man teste keine Kinder und wenn die Tochter krank sei, dann auch der Vater. Kurz darauf kam die Entwarnung des Kindergartens: Alles okay.
Am Tag darauf stand das Grüne Kreuz vor der Tür, um diesmal die Tochter zu testen. Sarah M.: "Auf die Frage, warum nun plötzlich doch meine Tochter getestet werden sollte, hieß es nur, die Mitarbeiter hätten ihre Anweisungen. Zu der Zeit war unsere Tochter schon wieder komplett fieber- und symptomfrei."
Schließlich, am Montagvormittag, klingelte noch einmal das Rote Kreuz, um seinerseits auf Anweisung doch die Tochter zu testen. Mittlerweile ist klar, der Test des Vaters fiel negativ aus, auf das Ergebnis der Tochter wartet die Familie derzeit noch.
Das steckt dahinter
"Heute" fragte beim Roten Kreuz nach, wie es zu dieser Doppelung kam. "Das Tote und das Grüne Kreuz erhalten ihre Aufträge aus demselben Pool, der von dem Wiener Gesundheitsdienst und der Hotline 1450 befüllt wird. In diesem Fall langte der Auftrag zu verschiedenen Zeiten bei Rotem und Grünen Kreuz ein. Fehler wie dieser bewegen sich aber im Promille-Bereich", hieß es gegenüber "Heute". Und wieso wurde die Tochter zuerst gar nicht getestet? "Am Freitag waren die Testungen von Kindern noch an den Ärztefunkdienst ausgelagert. Seit Samstag ist das nicht mehr so."
Bis die strikte Quarantäne beendet werden kann, heißt es indes noch auf das Testergebnis der Tochter warten. "Wir brauchen Lebensmittel, online bestellen können wir nicht. Die Verwandten gehören zur Risikogruppe, können also auch nicht für uns einkaufen gehen", so die 38-jährige Mutter zu "Heute".
Die Bilder des Tages