3 Flüchtlinge aus Kloster unter Schlepper-Verdacht

Die Geschichte jener Flüchtlinge, die derzeit im Servitenkloster untergebracht sind, hat am Dienstag eine überraschende Wendung genommen. Nachdem bereits seit Wochenbeginn mehrere Personen nach Pakistan abgeschoben worden waren, gab es nun auch Festnahmen wegen des Verdachts der Schlepperei. Die Caritas, welche die "Refugees" seit Monaten betreut, zeigte sich "schockiert". Indes sorgte auch ein Internet-Video von einem Polizeieinsatz bei einer Demonstration für Aufregung.

Die Geschichte jener Flüchtlinge, die derzeit im Servitenkloster untergebracht sind, hat am Dienstag eine überraschende Wendung genommen. Nachdem bereits seit Wochenbeginn .

Insgesamt sechs Personen wurden wegen des Verdachts der Schlepperei festgenommen, drei davon im Servitenkloster. Ihnen wird angelastet, einer "großen kriminelle Organisation" anzugehören, die Schleppungen von vorwiegend pakistanischen Staatsbürgern organisiert und durchgeführt haben soll. Die Schleppungen seien von Kleinasien über die sogenannte "Balkanroute" nach Österreich und weiter in den EU-Raum erfolgt, hauptsächlich nach Deutschland und Frankreich aber auch nach Skandinavien.

Die Caritas reagierte "schockiert" über die Vorwürfe. "Die Vorwürfe der Behörde sind auch für die Caritas neu", sagte Klaus Schwertner, Generalsekretär der Caritas Wien. " Wir haben jedes Interesse an einer raschen und vollständigen Aufklärung und sichern den Behörden volle Kooperation zu." Man sei "extrem verärgert, falls die Caritas hier von Einzelnen ausgenutzt wurde".

Weitere 20 Abschiebungen möglich

Laut dem Wiener Polizeipräsidenten Gerhard Pürstl sind die acht pakistanische Flüchtlinge aus dem Wiener Servitenkloster, die am Montag in Schubhaft genommen wurden, bereits abgeschoben worden. Das sagte der Präsident am Dienstagabend in der "ZiB 2".

Weitere Abschiebungen von dort untergebrachten Flüchtlingen dürften offenbar bevorstehen: Es würden all jene abgeschoben, deren Asylverfahren negativ sind und die nicht freiwillig ausreisen; dies betreffe mehr Personen als die bisher Abgeschobenen, gab Pürstl zu verstehen. Bei weiteren 20 Personen warten die Behörden noch auf Heimreisezertifikate durch die Botschaft.

Aktivistin störte Abschiebe-Flug

Vor dem Polizeianhaltezentrum Roßauer Lände kam es am Dienstagabend erneut zu Demonstrationen von rund 700 Unterstützern und Aktivisten des "Refugee Camp Vienna".  Ein Aktivistin schaffte es sogar in das Flugzeug, mit dem die Personen nach Pakistan gebracht wurden. Der Flieger konnte daher erst mit 20-minütiger Verspätung starten. Insgesamt haben die Kosten für Polizeieinsätze rund um die Asyl-Demos bisher mehr als 100.000 Euro an Steuergeldern gekostet.

Thema Asyl bestimmt Politik  

Auch die Koalitionspartner schenkten einander mitten im Wahlkampf beim Thema Asyl nichts. So wollte ÖVP-Generalsekretär Hannes Rauch Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) auf eine Linie beim Thema Asyl festnageln und von diesem wissen, ob die Behörden auch kurz vor einer Wahl weiterhin uneingeschränkt handeln dürfen. "Das Wahlkampfgetöse der ÖVP auf dem Rücken von Asylsuchenden hat ein unerträgliches Ausmaß erreicht", empörte sich wiederum die Wiener SP-Gemeinderätin Nurten Yilmaz.

Die Festnahme der drei wegen des Verdachts der Schlepperei festgenommenen Bewohner des Wiener Servitenklosters erfolgte nicht direkt im Kloster. Das betonte die Wiener Polizei am Dienstagnachmittag gegenüber der APA. Die drei Personen waren im Umfeld des Klosters auf der Straße festgenommen worden. In das Kloster oder andere kirchliche Einrichtungen sind keine Beamten eingedrungen, hieß es seitens der Polizei.

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