3 Gründe, warum Leihräder "misshandelt" werden!

ÖAMTC-Verkehrspsychologin Marion Seidenberger nennt drei Gründe für die Aggression gegenüber Leihrädern.
ÖAMTC-Verkehrspsychologin Marion Seidenberger nennt drei Gründe für die Aggression gegenüber Leihrädern.Bild: Wiener Linien/ÖAMTC
ÖAMTC-Verkehrspsychologin Marion Seidenberger listet drei Gründe auf, die hinter den Agressionen gegen die gelben Bikes stecken.
Sie werden umgestoßen, angezündet, auf Bäume gehängt oder – wie vor kurzem am helllichten Tag – von einem Teenager auf die Gleise der U-Bahn geworfen. Während Polizei und Wiener Linien weiter nach dem Täter fahnden, listet ÖAMTC-Verkehrspsychologin Marion Seidenberger auf, was hinter diesen brachialen Misshandlungen steckt.

Sie ortet drei wesentliche negative "Motivationen", die der Zerstörungswut gegenüber den asiatischen Leihrädern freien Lauf lässt:

– "Was nichts kostet, ist nichts wert": Die geringen oder nicht existenten Verleihkosten suggerieren, so Seidenberger, den Nutzern oder Passanten, dass oBike und Ofo quasi "nichts wert" seien. Beschädigungen und Zerstörungen gelten den Vandalen sozusagen als "Kavaliersdelikt".

– "Kein fixer Rückgabeplatz": Wenn wir etwas ausborgen, meint Seidenberger, dann geben wir den Gegenstand im Normalfall "wieder dorthin zurück, wo er entnommen wurde". Das Radchaos mit "freier Parkplatzwahl" stünde dieser Sorgfaltspflicht entgegen, was wiederum - siehe oben - zur Nachlässigkeit verführe.

CommentCreated with Sketch. Jetzt kommentieren Arrow-RightCreated with Sketch. – "Die auffällige Farbe": Das grelle Gelb der Ofo-Räder und das kaum weniger auffällige Orange der oBikes steche Passanten und Nutzern ins Auge, diese "Auffälligkeit" stehe im krassen Gegensatz zu unscheinbaren und eventuell schäbigen Privaträdern.

Seidenberger empfiehlt daher moderate aber höhere Mietkosten für die Räder sowie einen digitalen oder realen Leihpass, über den "brave" Nutzer mit Gratisfahrten belohnt werden könnten. Am Hauptproblem kommt aber selbst Seidenberger nicht vorbei: "Weil die Räder einfach überall abgestellt werden können, gelten sie halt als eine Art Freiwild."

Fixe Abstellplätze oder Anbindungen jedoch würde das Geschäftsmodell der asiatischen Verleiher ad absurdum führen…



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