3 Virologen, 3 Meinungen: Jetzt fangen die Zweifel an

Zunächst hörten alle hin, als die Namen Drosten, Streek und Kekulé fielen. Immer noch wird zugehört. Mittlerweile mit viel mehr Skepsis.

Christian Drosten, Chef-Virologe der Berliner Charité, war einer der ersten, der Statements zum Coronavirus abgab. Aus gutem Grund: Er gilt als Experte wenn es um Viren aus Asien geht. Denn bereits bei der Schweinegrippe war sein Wort quasi Gesetz.

Hin und her

Doch derzeit gerät der Virologe ein wenig ins Wanken. Denn Drosten kündigte an, dass nach Ostern ein Höhepunkt der Krankheit kommen wird. Die Folgen wären dramatisch. Gleichzeitig riet er aber von Schulschließungen ab. Die empfahl er für den Herbst: "Jetzt wäre es wohl noch zu früh", sagte er noch Anfang März.

Mittlerweile hat sich seine Meinung geändert. Er kritisiert die Lockerungen der Maßnahmen, befürchtet eine zweite Infektionswelle, wie er in der ZiB2 erklärte. Im Winter müsste man sich deshalb auf einen zweiten Lockdown vorbereiten.

Zu locker, zu streng

Alexander Kekulé erklärte die Politik im März noch für verrückt. Die Maßnahmen seien zu locker. Er forderte strikte Ausgangssperren in Deutschland. Nun verlangt er, dass man die Regulierungen lockern sollte. So schnell wie möglich. Und das, obwohl die Maßnahmen in Deutschland viel lockerer waren als hierzulande.

Zu früh und dann stumm

Virologe Hendrik Streeck stand bereits seit Beginn des Corona-Ausbruchs unter Kritik. Er betonte des öfteren, dass man den Virus nicht auslöschen könne und mit ihm Leben müsse. Zudem forschte er hartnäckig in Epizentren, um herauszufinden, wie es sich mit der Immunität von Patienten und den Personen in deren Umfeld verhält. Die Studien dazu wurden jedoch zu früh veröffentlicht, weshalb er Fragen dazu nicht beantworten wollte.

So ergaben seine Forschungen, dass bereits vor Ostern 15 Prozent der Einwohner in Heinsberg infiziert waren, jedoch ohne Symptome zu zeigen. Nun kündigte er eine Überraschung in seinen Forschungen an, möchte aber nicht sagen, worum es sich dabei handelt.

Höhepunkt längst erreicht?

Ostern ist generell ein Thema, dass für Spannungen sorgt. Nicht nur in Österreich, auch in Deutschland. Jetzt platzte dem CDU-Politiker Armin Laschet in der ARD-Show "Anne Will" der Kragen: Denn die Virologen warnten vor einem Peak nach Ostern. "Er ist nicht gekommen", ärgerte sich der Landespolitiker schon fast. Laut den Daten des Robert-Koch-Instituts war die Zahl der höchsten Neuinfektionen bereits Mitte März erreicht. Danach sanken die Zahlen wieder. Doch erst nach dem Höhepunkt kam es zu den Corona-Maßnahmen, die womöglich gar keine Auswirkungen hatten.

Laschet fordert nun, dass man nun schleunigst über die Nebenwirkungen der Maßnahmen sprechen müsse: "Kindeswohlgefährdungen, verschobene Operationen, Angst vor Massenarbeitslosigkeit, Depression und Einsamkeit." Das Vertrauen in die Virologen hat er verloren. Und damit ist er wohl nicht alleine.

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