Verprügelt und gestalkt: 18 Monate Haft für Täter (30)

In Ried wird einem 30-Jährigen der Prozess gemacht.
In Ried wird einem 30-Jährigen der Prozess gemacht.Bild: Daniel Scharinger
Am Dienstag musste sich ein 30-Jähriger in Ried vor Gericht verantworten. Er soll seine Schwester verprügelt und zwei Frauen gestalkt haben. Urteil: 18 Monate Haft, nicht rechtskräftig.
Mehr als zehn Anklagepunkte lagen gegen den 30-Jährigen gebürtigen Kosovaren vor. Darunter Betrugsvorwürfe (so soll sich der Angeklagte unter anderem als Vertreter einer Firma ausgegeben und Waren im Wert von bis zu 300 Euro bestellt haben) und der Vorwurf der Falschaussage bei der Polizei.

Der schwerste Vorwurf ist jedoch jener wegen absichtlich schwerer Körperverletzung gegen seine Schwester. Am 3. Dezember letzten Jahres soll er die damals 16-Jährige im Elternhaus geschlagen und ihr massiv gedroht haben.

Schwester weigerte sich vorzulesen, Bruder tickte aus



"Der Angeklagte wollte, dass seine Schwester ihm einen Polizeibericht vorliest. Doch sie weigerte sich", so Gerichtssprecherin Claudia Hubauer gegenüber "Heute". Der 30-Jährige soll auch vorgehabt haben, das Ganze auf Handy aufzunehmen. Worum es in dem Bericht ging, ist der Redaktion nicht bekannt, die Schwester dürfte ihren Bruder aber offenbar im Vorfeld angezeigt haben.

Dass sich der Teenager trotz aller Drohungen (auch dass er sie verstümmeln würde) weigerte, den Forderungen nachzukommen, brachte den 30-Jährigen schließlich zum Ausrasten. Mit Füßen und Händen soll er auf die Jugendliche eingeschlagen haben. Die damals 16-Jährige trug dabei Hämatome und Prellungen davon.

Facebook-Account gehackt und Handy abgenommen



Der Angeklagte soll sich bei Befragungen – er galt bislang als unbescholten – nicht zur Tat geäußert haben, gestand nur ein, dass er seiner Schwester lediglich "mit der flachen Hand ins Gesicht geschlagen" habe, so Hubauer.

Aber auch wegen Stalkings musste sich der 30-Jährige verantworten. So soll er von November 2018 bis Herbst 2019 zwei Frauen auch in den Nachtstunden mit dem Pkw zu ihren Wohnorten und in die Arbeit gefolgt sein. Auch per Telefon und SMS soll er die Frauen beharrlich kontaktiert haben. Gegen ihn lag eine einstweilige Verfügung vor.

Angeklagtem drohte Freiheitsstrafe von bis zu zehn Jahren



Eines seiner Opfer soll er zudem das Handy abgenommen und dessen Facebook-Account gehackt haben. In deren Namen hat der 30-Jährige dann "unsittliche" Posts veröffentlicht.

Dem Angeklagten drohte eine Freiheitsstrafe von bis zu zehn Jahren. Das Schöffengericht verurteilte den 30-Jährigen aber zu 18 Monaten Haft. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.





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