30 Jugendliche prügelten sich – wegen einem Meme

30 Jugendliche gingen am Wochenende in der Schweiz aufeinander los. Laut einem Augenzeugen ging es darum, was der "krassere Ort" sei.
Mehrere Jugendliche sind am Samstag bei einem Einkaufszentrum in Spreitenbach, nordwestlich von Zürich, aufeinander losgegangen. Das Resultat: Ein 15-Jähriger aus Dietikon kam mit einer stark blutenden Stichwunde davon, andere unter anderem mit Kopfverletzungen, die auf Faustschläge zurückzuführen sind.

Laut einem jugendlichen Augenzeugen aus dem nahegelegenen Dietikon handelte es sich um eine Auseinandersetzung zweier rivalisierender Gruppen aus Dietikon und Spreitenbach: "Der Streit fing vor rund einer Woche auf Snapchat an. Der Grund war ein Meme, auf dem es hieß, dass Spreitenbach die Bronx der Schweiz sei. Weil die Leute aus Dietikon krasser sein wollten, haben sie Spreitenbach gestrichen und daraus Dietikon gemacht."

Massenschlägerei von Burschen Schweiz
Massenschlägerei von Burschen Schweiz


Augenzeugen filmten mit dem Handy mit.

CommentCreated with Sketch.6 Zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Streit ist schon länger bekannt

Dies sei bei den Spreitenbachern nicht gut angekommen. Das Ganze habe sich so hochgeschaukelt, dass es am Samstag dann zu der Massenschlägerei kam: "Die Leute aus Spreitenbach hatten Waffen dabei, unter anderem ein Messer, das dann auch benutzt wurde, eine Metallstange und zwei lange Schraubenzieher", so der Augenzeuge. "Einer aus Dietikon fand dann eine Alk-Flasche und schlug damit einem aus Spreitenbach auf dem Kopf", erzählte er "20 Minuten".

"Alle wussten, dass es am Samstag knallt."


Ein weiterer Zeuge hat gesehen, wie der Streit im Tivoli eskaliert ist. Er kennt die Beteiligten und bestätigt, dass das Bild die Gemüter erhitzt hat. Über Mund-zu-Mund-Propaganda sei bereits Mitte dieser Woche rekrutiert worden: "Alle wussten, dass es am Samstag knallt. Und kurz vor dem Streit wurde auch über Snapchat darauf aufmerksam gemacht."

Der Leser-Reporter gibt an, dass "dieser Banden-Krieg zwischen Aargau und Zürich schon etwas älter" sei. "Die Aargauer und die Zürcher mögen sich nicht besonders. Und da wir gerade an der Kantonsgrenze leben, tragen wir diesen Streit aus." Zwar würden auch persönliche Motive mitspielen, doch: "Mehrheitlich geht es ihnen darum, für ihre Stadt und ihren Kanton zu kämpfen."

Immer wieder Prügeleien

Ein anderer Jugendlicher gibt am Bahnhof Killwangen-Spreitenbach an: "Es gab schon hin und wieder Streit zwischen Gruppen aus Dietikon und Spreitenbach. Meistens war es ein zu eins." Dass es gleich so ausartet, hätte der junge Mann nicht erwartet.

Auch ein anderer 15-Jähriger bestätigt die Streitigkeiten zwischen den Gangs beider Ortschaften: "Ich habe gehört, dass es in letzter Zeit zu Beleidigungen gekommen ist." Erst kürzlich sei es fast zu einer Maßenschlägerei gekommen. Es sei schlimm, dass es nun soweit kam: "Ein Kollege von mir hat auch Schläge kassiert."

Opfer will nicht reden

Die Polizei hat inzwischen einen der Täter verhaftet. Er hat zugegeben, den 15-Jährigen aus Dietikon, der die Stichwunde davontrug, mit dem Messer verletzt zu haben.

Ob das Bild tatsächlich der Auslöser für die Auseinandersetzung ist, ist unklar. Laut Polizei-Sprecher Bernhard Graser gestalten sich die Ermittlungen etwas schwierig: "Die Kooperationsbereitschaft der beteiligten Personen ist minimal. Auch das Opfer, das im Krankenhaus liegt, war nicht kooperativ. Es ist jedoch davon auszugehen, dass der Grund für die Auseinandersetzung eine Bagatelle war."

Das Opfer habe großes Glück gehabt: "Bei einer solchen Auseinandersetzung entscheidet der Zufall, wo das Opfer getroffen wird. Der Täter sticht meist blind drauf los."

(qll/mon)
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