Viele sprachen vor dem Spiel zwischen Real Madrid und Manchester City von einem vorgezogenen Champions-League-Finale. Doch der Titelverteidiger aus Madrid und der englische Serienmeister trafen bereits im Halbfinale aufeinander.
City kam wie die Feuerwehr aus der Kabine und spielte in den ersten dreißig Minuten das Heimteam an die Wand. Das Momentum kehrte, als Vinicius Junior Real in Führung brachte. In der Folge hatte der 13-fache Champions-League-Sieger mehr vom Spiel und die besseren Chancen.
Daran änderte auch der Ausgleichshammer von Kevin de Bruyne nichts. Von City kam in der zweiten Hälfte zu wenig und trotzdem verzichtete Star-Coach Pep Guardiola auf Wechsel. Und das bei einer Ersatzbank, von der andere Trainer nur träumen können.
Denn der Spanier hätte frische Kräfte bringen können, ohne Angst um einen Qualitätsverlust. Denn mit Weltmeister Julian Alvarez, Top-Talent Phil Foden und Algerien-Star Ryiad Mahrez blieben gleich drei Offensiv-Granaten über die ganze Spieldauer draußen. Guardiolas Gegenüber Carlo Ancelotti wechselte immerhin drei Mal und das, obwohl deren fünf Wechsel möglich wären.
"Sky"-Experte Andreas Herzog: "Ich weiß nicht, warum er nicht wechselt. Meine blöde Vermutung ist, dass Guardiola mit all seinem Genie einen Spielplan hat und den will er Gott und der Welt beweisen. Und selbst wenn es wie in der zweiten Halbzeit nicht so gut klappt, will er das unbedingt durchziehen. Das ist vielleicht ein bisschen vermessen von mir zu sagen, aber irgendeinen Grund muss es haben, wenn die zwei Außenspieler nicht mehr richtig rennen können und Madrid wird immer stärker, dann bringe ich normalerweise frische Spieler. Was denken sich die Spieler jetzt? Jetzt kann man sagen das sind Profis, die müssen die Entscheidung vom Trainer in Kauf nehmen, aber leicht zu schlucken ist das nicht.“