31 Nackte in Hongkong halten Polizei in Atem

Zur Zeit häufen sich besorgte Anrufe bei der Polizei in Hongkong. Passanten bemerken Männer auf den Dächern von Hochhäusern im Business-Bezirk Central. Die Personen schauen aus, als würden sie gleich springen. Bei näherem Hinschauen fällt auf, dass die potentiellen Selbstmörder außerdem nackt sind. Dahinter steckt ein Kunstprojekt von Sir Antony Gromley.

 

Seit 18. November sind die Nackten nun in Hongkong angekommen. Dort bleiben sie noch bis zum 18. Mai 2016. Das Kunstprojekt namens "Event Horizon" findet später als anfangs geplant statt. Kurz vor dem geplanten Aufstellen der Figuren 2014 hatte sich der Investmentbanker Dennis Li Junjie ausgerechnet von einem Hochhaus, auf dem einer der Nackten hätte stehen sollen, in den Tod gestürzt. Aus Respekt wurde daraufhin der Ausstellungsbeginn nach hinten verschoben. 

31 nackte Gromleys in fünf Großstädten

31 nackte Skulpturen aus Fieberglas, jede ist ein Nachbau des Künstlers selbst. Sir Gromleys Installation "Event Horizon" tourt seit einigen Jahren durch die Welt. In Rio de Janeiro, New York und Sao Paulo waren die Skulpturen schon ab 2012 zu sehen. Erstmals stellte Gromley seine Klone in London im Jahr 2007 aus. 

Nackte beim Empire State Building

In jeder Stadt in der sie Station machen bekommen die Gromleys Plätze in bester Lage. In New York City zum Beispiel durften sie vom Madison Square Garden über den Union Square bis zum Empire State Building aufgestellt werden. 

Zwischen 30 und 630 Kilo schwer

27 der Figuren, die der Künstler nach sich selbst modellierte, bestehen aus Fiberglas, vier wurden aus Eisen gegossen. Die deutlich leichteren Kunststofffiguren wiegen 30 Kilo das Stück und sind auf Hausdächern platziert. Die Eisenguss-Figuren bringen stolze 630 Kilo auf die Waage und stehen auf Augenhöhe mit Passanten in Sichtweite zueinander. Alle Nackten sind 188 Zentimeter groß. 

Nackte sollen Blickwinkel der Stadtbewohner verändern

Gromley will den Blickwinkel der Stadtbewohner verändern. Statt nur geradeaus, sollen sie den Blick in der Stadt auch nach oben richten. Der Turner-Preisträger will die gestressten Stadtbewohner zum Innehalten zwingen. "Es war großartig eine Person, oder eine Gruppe zu beobachten, die auf den Horizont zeigen. Den Transfer der Stille von der Skulptur zum Betrachter finde ich aufregend."

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