Wie ein Kleinunternehmen wurde eine Familienbande aus Rumänien geführt: 4 Rumänen brachen im Raum Lilienfeld in Häuser ein, eine Frau wählte die Tatorte aus.
Porzellan, Besteck, Büsten, alte Schreibmaschinen, historische Fotoalben, Motorsensen, Fahrräder, Modeschmuck, Uhren, Bohrmaschinen, Bilder - 32 Mal brachen vier Rumänen (17 bis 31) in NÖ und in der Steiermark ein (darunter 4 Mal in Lilienfeld, 5 Mal in Türnitz, 10 Mal in St. Aegyd, ein Mal in Traisen, ein Mal in Böheimkirchen) ein und räumten Häuser regelrecht leer. Auch Einbrüche in Zeitungskassen und gewöhnliche Diebstähle gingen aufs Konto des Familienclans – in Summe 50 strafrechtliche Delikte.
Rumänin (27) als Chefin
Eine 27-jährige Rumänin aus dem Bezirk Lilienfeld war der Kopf der Bande, wählte die Tatorte aus, war auch für die Verwaltung und Verwertung der Beute zuständig. Schadensumme: rund 70.000 Euro. Bei einer Hausdurchsuchung im September 2017 konnte die Polizei einen Teil des Diebesgut sicherstellen. Die 27-Jährige und ihr Lebensgefährte (war an fast allen Delikten beteiligt) wurden im September bzw. im November 2017 festgenommen, ein 21-Jähriger ist flüchtig, ein 17-Jähriger und ein 19-Jähriger wurden auf freiem Fuß angezeigt.
Ein Ermittler: "Leider kein Einzelfall. Einbrecherbanden aus Osteuropa, vor allem Rumänen, sind oft sehr gut organisiert, bestens vernetzt und wissen dadurch immer, wo es was und wieviel zu holen gibt."
Am heutigen Mittwoch gab die Polizei NÖ und die Staatsanwaltschaft St. Pölten eine Pressekonferenz und lobte die tolle Ermittlungsarbeit der Lilienfelder Polizei rund um Michael Hochgerner. (Lie)