Niederösterreich

320 Euro Bearbeitungsgebühr für abgesagte Reise

Ein Reisebüro verrechnete einem Pärchen aus Niederösterreich für eine abgesagte Reise eine Bearbeitungsgebühr von stolzen 320 Euro.
André Wilding
21.08.2020, 09:57

Aufgrund von aktuellen Reisewarnungen, etwa nach Kroatien, nach Mallorca oder aufs spanische Festland, müssen derzeit zahlreiche Reisen vom Veranstalter abgesagt werden oder sind kostenlos stornierbar. Immer wieder aber melden sich Betroffene, denen für die kostenlose Stornierung hohe Gebühren in Rechnung gestellt wurden. Das passierte auch einem Pärchen aus Wiener Neustadt, das im Frühsommer eine Fernreise angetreten hätte.

"Wir hatten die Reise schon lang gebucht, dann meldete sich das Reisebüro und sagte die Reise aufgrund von COVID-19 ab“, erzählen die beiden. Die Anzahlung und die bereits überwiesenen Kosten für den Flug sollten sie zurückbekommen, hieß es. Als die beiden die schriftliche Bestätigung erhielten, staunten sie nicht schlecht.

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"Corona-Rückabwicklungsgebühr"

Eine "Corona-Rückabwicklungsgebühr" in Höhe von 150 und eine Flugticketgebühr von 170 Euro waren ihnen verrechnet worden. Mehr als 300 Euro, die das Paar aufgrund von Kurzarbeit mehr als gut gebrauchen könnte. Fälle wie dieser sind seit Beginn der Corona-Pandemie keine Seltenheit. Erlaubt ist diese Praxis dennoch nicht.

"Stornierungen wird es immer geben. Warum sollen sie im Zusammenhang mit COVID-19 plötzlich mehr kosten?", fragt Arbeiterkammer Niederösterreich-Konsumentenschützer Manfred Neubauer. Betroffenen Niederösterreichern rät er, Kontakt mit der AK-Konsumentenberatung aufzunehmen.

"Auf diesem Weg lässt sich klären, ob das Vorgehen der Reiseveranstalter rechtlich in Ordnung ist oder ob erfundene Spesen verrechnet wurden, die die KonsumentInnen nicht zu bezahlen haben", so Neubauer.