Welt

35 Jahre für Mumbai- Attentäter in den USA

Heute Redaktion
14.09.2021, 03:16

Wegen Beihilfe zu den verheerenden Anschlägen im indischen Mumbai (Bombay) 2008 ist ein US-Bürger zu 35 Jahren Haft verurteilt worden. Ein Gericht in Chicago im US-Bundesstaat Illinois verkündete am Donnerstag das Strafmaß für David Coleman Headley, der sich im Jahr 2010 der Unterstützung der Terrororganisation Lashkar-e-Taiba schuldig bekannt und anschließend mit den Behörden kooperiert hatte.

ist ein US-Bürger zu 35 Jahren Haft verurteilt worden. Ein Gericht in Chicago im US-Bundesstaat Illinois verkündete am Donnerstag das Strafmaß für David Coleman Headley, der sich im Jahr 2010 der Unterstützung der Terrororganisation Lashkar-e-Taiba schuldig bekannt und anschließend mit den Behörden kooperiert hatte.

Außerdem gestand er die Beteiligung an einem Anschlagsplan gegen eine dänische Zeitung, die mit Karikaturen des Propheten Mohammed den Zorn islamischer Extremisten auf sich gezogen hatte.

Knapp an Todesstrafe vorbei

Mit dem damaligen Geständnis vermied Headley die drohenden Todesstrafe. Der Sohn eines früheren pakistanischen Diplomaten und einer US-Bürgerin war nach Indien und Dänemark gereist, um dort Anschlagsorte auszuspähen. In seinen Aussagen belastete er den aus Pakistan stammenden Geschäftsmann Tahawurr Hussain Rana, dessen Reisebüro er als Tarnung benutzt habe. Rana bestritt die Vorwürfe, wurde in der vergangenen Woche aber wegen des Anschlagsplans in Dänemark zu 14 Jahren Haft verurteilt.

Bei den Anschlägen in Mumbai, dem früheren Bombay, waren im November 2008 fast 170 Menschen getötet worden. Headley trat den Ermittlungen zufolge 2002 der pakistanischen Islamisten-Organisation Lashkar-e-Taiba bei und nahm mehrmals an Trainingseinheiten in deren Ausbildungslagern teil. Mit den Vorbereitungen für die Anschlagsserie in Mumbai, die nach Angaben der indischen Justiz von Lashkar-e-Taiba verübt wurde, begann er demnach Ende 2005.

Wollten Dänen-Journalisten enthaupten

In Dänemark gab sich Headley nach eigener Aussage im Herbst 2008 als Vertreter von Ranas Reisebüro aus und wurde in der Anzeigenabteilung der Zeitung "Jyllands-Posten" vorstellig, um die Räume auszukundschaften. Lashkar-e-Taiba wollte offenbar das Gebäude stürmen und so viele Mitarbeiter der Zeitung wie möglich enthaupten. Die pakistanische Islamisten-Organisation führte die Pläne allerdings nie aus.

APA/red.

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